Lesetipp: Ulfkotte, Politically Incorrect (und Sezession)

8. Februar 2010

An dieser Stelle mal wieder einige kleine Lesetipps via Politblogger.

“Politically Incorrect” ist übrigens der (geistige) Mülleimer, aus dem sich auch die guten, wahren und schönen Rechten (Sezession im Netz) in ihrer wöchentlichen Presseschau gerne bedienen. Das kann man dann hier oder hier nachlesen.


Kreistag Wolfenbüttel – Es fehlen: … Molau, Andreas

8. Februar 2010

Am 10. September 2006 bekam die NPD bei der Kreiswahl in Wolfenbüttel 2741 Stimmen. Das reichte für einen Sitz im Kreistag. Die NPD hatte also den Fuß in der Tür. Im Dezember 2007 wurde dieser Sitz im Kreistag von Andreas Molau übernommen, er rückte nach, weil sein Vorgänger das Amt aus persönlichen Gründen niederlegte. Dann im März 2009, durch den Parteiwechsel von  Andreas Molau, gehörte der Sitz nun plötzlich der DVU. Neben seinem Kreistagsmandat ist Molau ebenfalls Mitglied im “Ausschuss für Schule, Kultur und Sport”, wenn auch nicht stimmberechtigt. Ich habe mal etwas recherchiert, es spricht für sich allein:

  • Kreistag – Sitzung Dezember 2007: Andreas Molau anwesend (1. Mal)
  • Ausschuss – Sitzung Januar 2008: Andreas Molau nicht anwesend
  • Kreistag – Sitzung März 2008: Andreas Molau anwesend
  • Ausschuss – Sitzung April 2008: Andreas Molau nicht anwesend
  • Ausschuss – Sitzung Mai 2008: Andreas Molau anwesend
  • Kreistag – Sitzung Mai 2008: Andreas Molau anwesend
  • Ausschuss – Sitzung Juni 2008: Andreas Molau nicht anwesend
  • Kreistag – Sitzung Juli 2008: Andreas Molau nicht anwesend
  • Ausschuss – Sitzung August 2008: Andreas Molau nicht anwesend
  • Kreistag – Sitzung Oktober 2008: Andreas Molau nicht anwesend
  • Ausschuss – Sitzung Oktober 2008: Andreas Molau nicht anwesend
  • Kreistag – Sitzung Dezember 2008: Andreas Molau anwesend
  • Ausschuss – Sitzung Januar 2009: Andreas Molau nicht anwesend
  • Ausschuss – Sitzung Februar 2009: Andreas Molau nicht anwesend
  • Kreistag – Sitzung März 2009: Andreas Molau nicht anwesend
  • Ausschuss – Sitzung März 2009: Andreas Molau nicht anwesend

Ab hier (spätestens) sitzt Andreas Molau für die DVU im Kreistag

  • Kreistag – Sitzung Mai 2009: Andreas Molau nicht anwesend
  • Ausschuss – Sitzung Mai 2009: Andreas Molau nicht anwesend
  • Kreistag – Sitzung Juni 2009: Andreas Molau nicht anwesend
  • Ausschuss – Sitzung August 2009: Andreas Molau anwesend
  • Kreistag – Sitzung September 2009: Andreas Molau nicht anwesend
  • Ausschuss – Sitzung Oktober 2009: Andreas Molau nicht anwesend
  • Kreistag – Sitzung Dezember 2009: Andreas Molau anwesend
  • Ausschuss – Sitzung Januar 2010: Andreas Molau anwesend

Da kann man diese Beschreibung von der Website der DVU-Niedersachsen eigentlich nur unter “Skurriles vom Planeten Wirrkopf” verbuchen!


Muss auch mal gesagt werden (3)

7. Februar 2010

Es ist natürlich naheliegend, wenn man die “Bauernschläue” diverser Leute zu Grunde legt, dass jemand, der gegen Rechts ist, automatisch selbst ganz Links stehen muss. Diese grandiose geistige Leistung möchte ich dann auch nicht ernsthaft in Frage* stellen, sondern lediglich als solche erwähnen. Natürlich ist wieder nur gemeint, wer sich angesprochen fühlt.

***

Muss auch mal gesagt werden (2)
Muss auch mal gesagt werden (1)


Über Täuschung und getäuscht werden wollen

7. Februar 2010

Anlässlich eines Artikels auf NPD-Blog.info wird auf Altermedia über die DVU diskutiert. Das alles ist nicht so interessant, aber einen Kommentar finde ich wirklich bemerkenswert. Der Leser wendet sich an Christian Worch, der sich seit einiger Zeit für die DVU engagiert. Worch ist seit Jahrzehnten in der rechtsextremen Szene aktiv, dabei zwar intern nicht unumstritten, aber eben doch immer dabei. Man mag mir diese Kurzfassung nachsehen. Da war es also nicht nur für mich irritierend, warum Worch ausgerechnet in der DVU eine Chance sieht, oder gesehen hat, wollte doch die DVU weg vom Image einer NS-Nostalgiker, bzw. rechtsextremen Partei. Doch nun kurz zum Kommentar auf Altermedia:

(…) Der DVU habe ich trotzdem vertraut, weil Sie (Worch, Anm. F.R.) Fürsprecher waren. D.h. ich habe darauf vertraut, daß die DVU etwas sagt, um zugelassen zu werden und etwas anderes denkt. (…)

Und dieses Vertrauen ist, wie ich meine, durchaus rational. Denn natürlich will sich jede rechte Partei als wählbare Alternative darstellen und weiß zugleich, dass mit Adolf Hitler nichts mehr zu gewinnen ist. Das ist auf der einen Seite natürlich erfreulich, zeigt es doch eine allgemeine gesellschaftliche Ablehnung, auf der anderen Seite ist es aber, siehe verschiedene Wahlerfolge rechter Parteien, erschreckend, dass diese offensichtliche Täuschung Früchte tragen kann. Desweiteren stellt sich natürlich die Frage, ob sich so mancher Wähler nicht gerne “täuschen” lässt, nicht nur in Bezug auf den Altermedia-Kommentar.

An dieser Stelle wird dann auch ein so genannter “Kampf gegen Rechts” scheinbar unscharf, denn es wird versucht den Bezug zum Nationalsozialismus herzustellen, obwohl die betreffenden Parteien oder Organisationen diesen Bezug weit von sich weisen. Nicht wenige Beobachter sehen dann eben diesen Bezug als Behauptung und Mutmaßung an, ignorieren dabei aber die Faktenlage und tiefer liegende, gut begründete Urteile.

Aus meiner eigenen Erfahrung (NPD) kann ich das übrigens auch herleiten. Ich selbst habe den Bezug zum Nationalsozialismus ebenfalls erst nicht gesehen und später dann sogar bestritten, manchmal sogar wissentlich ausgeblendet. Zudem erschien es mir als nicht relevant in Bezug zu Gegenwartsthemen und außerdem als ein ärgerliches Hindernis bei der politischen Arbeit. Aber es lässt sich nicht ausblenden  und auch nicht unter den Teppich kehren. Und man muss sich gegen Verharmlosung wehren, im ersten Schritt findet sie nämlich im eigenen Kopf statt, als eine Art Rückversicherung, also selbst wenn dann hier und da ein Bezug zum NS da wäre, dann wäre das ja auch nicht so schlimm. Ich habe das geschafft und es war nicht so einfach, wie man vielleicht denkt.

Wenn ich also hier schreibe, dann bin ich vielleicht ebenfalls nicht unumstritten als Person mit fragwürdigen Werdegang, aber immerhin doch problemlos in der Lage mich mit dem Themenbereich “Rechts” auf persönlicher Erfahrungsbasis zu beschäftigen. Wenn man also den Ausführungen (z.B.) eines Patrick Gensing nicht glauben möchte, dann sollten wenigstens die verschiedenen Erfahrungsberichte, die sich alle irgendwie ähneln, nachdenklich stimmen.

Natürlich wäre es bequemer und besser, wenn alles nur erlogener Quatsch oder maßlose Übertreibung wäre, mit der Pointe kann ich aber nicht dienen. Vielmehr sollte man sich aber fragen, in wessen Interesse solche Unglaubwürdigkeits-Urteile liegen und welche Konsequenzen daraus entstehen (können). Ich bleibe jedenfalls am Ball und kann gut damit leben von Personen als “unseriös” bezeichnet zu werden, denen ich im Gegenzug “Täuschung” vorwerfe.


Skurriles vom Planeten Wirrkopf (6)

6. Februar 2010

Eigentlich auch “den Rechten auf’s Maul geschaut”, dafür aber zu skurril. Auf Endstation Rechts geht es ja schon seit einigen Tagen heiß her. Erst lockte man Pöbel-Broder an, mit dem so lustigen wie aussichtslosen Versuch ein vernünftiges Gespräch zu führen, nun fühlt sich Dr. Deschner auf den Schlips getreten und macht seinem Ärger Luft. Aus dem Hinterhalt feuert übrigens bereits Patrik Brinkmann, der hat sich mal wieder geäußert, im Interview auf Gesamtrechts.

Vielleicht fangen wir mit ihm auch gleich mal an: “Zum Beispiel der schlecht recherchierte Beitrag in ENDSTATION RECHTS. Alles, was zwischen Schwarz und Weiß liegt, ist diesen Leuten wohl zu schwierig. (…) Aber vielleicht ist das auch mehr Enttäuschung, weil man immer glaubt, Matthias Brodkorb und seine Leute hätten etwas mehr geistiges Potential.

Nun der Poltergreis (Broder): “Mathias Brodkorb dreht mir das Wort im Munde rum, in flagranti erwischt erklärt er, er habe nur interpretiert und beklagt sich hinterher, der nicht “zur Veröffentlichung angezeigte Kontakt” sei von mir veröffentlicht worden. Selbst da, wo er mich korrekt zitiert, beharrt er darauf, dass ich es anders gemeint haben könnte. Ein Wortakrobat, der sich an dem Wort “Paradigmenwechsel” festhält wie Schweinchen Schlau an seinem …

Und der Herr Doktor: “Wenn Sie (Brodkorb, Anm. F.R.) es „paradox“ und „kurios“ finden, daß „ausgerechnet“ der deutsch-jüdische Patriot Wolffsohn „ausgerechnet“ in einem Blatt „zu Wort kommt“, das unter meiner journalistischen Leitung steht, kann ich dem nichts abgewinnen. (…) Mag sein, daß Ihnen die Selbstverständlichkeit ungewohnt ist, mit der wir u.a. auch mit dem deutsch-jüdischen Thema umgehen, mag sein, daß wir Ihnen als „Schmuddelkind“, wie Sie uns zu nennen beliebt haben, lieber wären. Aber das ist glücklicherweise Ihr Problem, nicht meines.

Den endgültigen “Todesstoß” bekommt man dann noch im Kommentarbereich: “Aber auch das gehört zum System Brodkorb, und es bleibt zu hoffen, daß jeder neurechte oder konservative Knabe, der hier gestreichelt wird, die anmaßende Selektionspolitik des Herrn Brodkorb durchschaut, die sich letzten Endes von den Methoden der Röpke, Gensing und Co. gar nicht so sehr unterscheidet.

Was ich aber eigentlich sagen wollte, ursprünglich wollte ich mich nämlich nur über den “Todesstoß” lustig machen, Herr Brodkorb ist auf dem richtigen Weg! Mit Broder kann man nicht diskutieren, zumindest nicht auf einem Niveau, welches Herrn Brodkorb dabei vorschwebt. Und steigt Brodkorb herab zu Broder, dann kann er nur verlieren. Dr. Deschner hat er allerdings ganz gut abgefertigt, hätte aber auch noch “unvorsichtiger” sein können, ruhig mal verbal reinhauen. Brinkmann wird ja in weiten Teilen der rechten Szene schon nicht richtig ernst genommen, da braucht man nichts zu kommentieren.

Und ich sehe mich bestätigt, hier zitiere ich mich mal selbst: “(…) aber anmerken, dass ihre “Differenzierungen” offenbar nicht nur innerhalb der “Neuen Rechten” hin und wieder als “wohlwollend” aufgenommen werden, siehe eben Munier. Aber diesen Kritikpunkt habe ich ja bereits in der Vergangenheit geäußert (“Ausländer-raus!-Mentalität” von Kubitschek und Co.), sie nennen es “Vorsicht”, ich habe dafür bis zu einem gewissen Punkt auch Verständnis und insgesamt kommen wir da wohl nicht auf einen Nenner.”

Und nun werden die Rechten eben unverschämt und versuchen Herrn Brodkorb auf der Nase rumzutanzen.


Muss auch mal gesagt werden (2)

6. Februar 2010

Würde ich ein kleines Buch über die “Neue Rechte” schreiben wollen, so hätte ich zumindest schon den Titel:

“Auch Konserven haben ein Verfallsdatum”

Um das mal wissenschaftlich darzustellen, die Cannes Food Alliance stellt nämlich fest: “Im Prinzip haben Konserven eine nahezu unendliche Haltbarkeit bei moderaten Temperaturen (bis zu 23 °C).”

Wir wissen aber von Ernst Jünger und in neuerer Zeit von Götz Kubitschek, dass junge, rechte Männer an “Temperaturerhöhung” leiden. Und genau da schließt sich der Kreis!

Vielleicht auch wichtig: Muss auch mal gesagt werden (1)


Den Rechten auf’s Maul geschaut (12)

6. Februar 2010

Im Jahr 2010 werden wir drei größere Redaktionstreffen durchführen. Das hat vor allem den Grund, daß wir unseren Autoren das “1×1 des Journalismus” auf persönlichem Wege besser beibringen können.

So sprach der Häuptling der neurechten Jung-Indianer, Felix Menzel.  Und noch mehr, allerdings später, nämlich über die Linie der Blauen Narzisse:

“Unsere Linie bleibt aber trotzdem strikt journalistisch.”

Aha, “strikt journalistisch“. Das muss ich mir als regelmäßiger Betrachter wirklich auf der Zunge zergehen lassen. Also die Wahrnehmung der Realität ist ja schon so ein Problembereich bei der Neuen Rechten, ein weiterer Problembereich ist ja dann auch die Selbstwahrnehmung, das könnte schon passen. Ich habe aber den Eindruck, hier wurde hinter unser aller Rücken wieder ein neuer “Leitbegriff” eingeführt. JOURNALISMUS™