Überfall in Hamburg

„In Hamburg ist nach Polizeiangaben ein 37-jähriger Schwarzer bei einem rassistischen Angriff verletzt worden. Der unbekannte Täter hatte an einer roten Ampel einen NPD-Aufkleber an dem Auto des Schwarzen befestigt. Als der 37-Jährige den NPD-Anhänger zur Rede stellen wollte, schlug dieser zu. Zunächst meldete die Polizei, das Opfer habe Schwellungen im Gesicht erlitten und sei lediglich ambulant behandelt worden. Später hieß es dann, der 37-Jährige musste mit dem Verdacht auf Hirnblutungen in ein Krankenhaus eingeliefert und dort notoperiert werden; Lebensgefahr bestehe “zurzeit” nicht.“ (Quelle: NPD-BLOG.INFO, 16.11.2009)

Die taz berichtet heute ebenfalls, allerdings steht es um das Opfer leider schlechter, als bisher angenommen: „(..) und musste notoperiert werden. Polizeiangaben zufolge wurde der dunkelhäutige Mann am frühen Sonntagmorgen auf offener Straße von einem Unbekannten brutal ins Gesicht geschlagen. Der Portugiese befindet sich nach Polizeiangaben in Lebensgefahr, nachdem er sich nach zwei Gehirnblutungen einer Notoperation unterziehen musste.

Bestätigt wird durch den Artikel in der taz ebenfalls der Tathergang, demnach sei dem Opfer ein Aufkleber („Schöner leben ohne Überfremdung – Hamburg muss deutsch bleiben“) auf das Heck seines Autos geklebt worden. Nachdem das Opfer den unbekannten Täter zur Rede stellen wollte, sei das Opfer, ein Portugiese, beschimpft und mehrfach ins Gesicht geschlagen worden.

Der NPD Landesverband Hamburg wurde übrigens bis zu seinem Tod von Jürgen Rieger geführt.

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6 Responses to Überfall in Hamburg

  1. Lodmund der Alte sagt:

    Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Hat er ihm auch mit einem Lebkuchenmesser ein Hakenkreuz in den Urschbacken geschnitzt? Kommen wir uns aber entgegen, falls es DOCH stimmen sollte, wäre es eine taktische Unklugheit gewesen.

    Florian: Kommentar als Anschauungsmaterial freigeschaltet

  2. Zöllmann sagt:

    Durchaus Anschauungsmaterial, da es sehr schön veranschaulicht, wie ungenau dieser Artikel eigentlich ist.

    Fassen wir doch mal zusammen:

    Ein Schwarzer („Portugiese“) wurde zermöbelt. Der Täter ist – wie im Artikel erwähnt – unbekannt, man weiß also nicht, um wen oder was es sich handelt. Nun ist es aber in den BRD-Medien Gang und Gebe – und wer das abstreitet, macht sich rein objektiv gesehen unseriös -, immer irgendwem den schwarzen Peter zuschieben zu müssen, vollkommen egal, wie zusammenklamosert das Resultat auch sein mag.

    Im Zusammenhang mit Nationalisten sei an 30 Skinheads und ein ertrunkenes Kind errinnert, ebenso an den Lebkuchenmessermythos, der in keiner Weise haltbar war und dementsprechend mittlerweile im Gulli verschwunden ist, an die „gehetzten Inder“ nach einer simplen Schützenfestklopperei, nach welcher noch interessante Details ans Licht kamen, die bewusst verschwiegen wurden oder an das profilneurotische und geisteskranke Mädchen, welches sich selbst ein Hakenkreuz ins Bein ritzte und am Ende wenigstens kurz Heldin spielen zu können (Die NSDAP-Bomberjacken wurden von den Medien kritiklos übernommen, für einen Journalisten wie mich eine Lachnummer), etc. pp. und und und.

    In allen Fällen musste Rechts als Bösewicht hinhalten – mit großem Erfolg. Warum sollte es hier anders sein?

    Sicher, es wäre möglich, daß es sich so zugetragen hat wie im Artikel. Allerdings erscheint es kurios, denn:

    1) Warum sollte ein vermeintlicher Drecksfascho bzw. Glatzennazi einen Aufkleber auf eine Motorhaube kleben; – viel wichtiger: wie? Das Auto muss im Stand gewesen sein, d.h. es hat geparkt oder war anderweitig zum Anhalten genötigt.
    2) Warum war der Besitzer des Fahrzeugs direkt vor Ort? War er „zufällig“ zurück unterwegs? Lässt er sein Auto aus Prinzip niemals aufgrund der Gefahr solcher Aufkleberanschläge aus den Augen? Saß er gar im Auto?
    3) Wenn letzteres zutreffen sollte, so muss der Fahrer im Stau, an einem Zebrastreifen oder an einer Ampel sein Auto zum Stehen gebracht haben.
    4) Der Drecksfascho-Skinhead wird vermutlich, falls 3) zutrifft, blitzschnell reagiert haben und in Anbetracht der Ethnie des Opfers den Aufkleber auf die Motorhaube geklebt haben.
    5) Trifft 4) zu, so muss auch 3) zutreffen. Egal, wo das Auto stand, es muss auf einer befahrenen Straße gestanden haben; es ist analogisch davon auszugehen, daß weitere Menschen im Umkreis des Geschehens gewesen sind – Hamburg ist schließlich kein Kuhdorf, oder?
    6) Es muss dem Täter also gelungen sein, das Opfer innerhalb kürzester Zeit niederzuschlagen und ihm dabei diese erheblichen Verletzungen zuzufügen. Da genügend Zeugen vor Ort gewesen sein müssten, müssten die Infos also entsprechend umfangreicher sein – doch weit gefehlt: De Facto weiß man gar nichts.
    7) Zudem muss das Opfer, laut Artikel, friedlich gewesen sein, obwohl doch bei solch einer Frechheit Aggressionen sicher eine große Rolle gespielt haben? Dabei muss sofort bedacht werden, daß der „erste Schlag“ vielleicht nicht vom Täter ausging?
    8) Es müsste also folgendes Szenario eingetreten sein: Auto hält (aus welchen Gründen auch immer, jedenfalls muss es gestanden haben), Drecksnazipack klebt Aufkleber im Zuge eines Bauchgefühls, Opfer steigt aus und stellt den Neonazipsycho „zur Rede“ (natürlich vollkommen friedlich, siehe 7)), braune Scheiße streckt das Opfer nieder und verschwindet. Während dieser Tat war offensichtlich kein Zeuge vor Ort. Lediglich ein kleiner Aufkleber von einer ganz bestimmten, in der Presselandschaft äußerst unbeliebten Partei, soll als Beweismittel herhalten.

    Nun soll sich doch jeder selbst seine Meinung über den Vorfall bilden. Für mich ist es schon abgehakt und in der Schublade „schwarzer bzw. „brauner Peter“ archiviert.

    Schade, daß sich der Wanderer offensichtlich nicht mit Hinterfragungen abgibt. Aber das wird ja vielleicht noch.

    Mit freundlichsten Grüßen,
    Zöllmann

  3. Zöllmann sagt:

    Anhang:
    Ich habe da was überlesen und bekenne mich schuldig: Das Opfer hielt an einer Ampel an. In Ordnung – damit fallen einige Ungenauigkeiten weg.

    Ich möchte außerdem noch anmerken, daß ich derartige Gewaltausbrüche – insofern sie auch wirklich stattgefunden haben – aufs Schärfste verurteile. Wenn ich aber eines noch mehr hasse, als sinnlose Gewalt, so sind es bewusste Lügen und Manipulationen!

    Florian: Ich finde die Sache schlüssig. Zudem kann man fast alle genannten Informationen auch so der Polizeipresse entnehmen. Sogar der Aufkleber (Synonym für Lebkuchenmesser?) ist vorhanden. Da konnte man der Polizei beim abkratzen zuschauen (TV-Bericht).

  4. Willanders sagt:

    und was mich fuchsig macht, ist die exponierte zurschaustellung von einzelfällen von gewalt gegen andersaussehende – die aber oft von anderen andersaussehenden begangen werden! in einem der ausländerFREUNDLICHSTEN länder der welt (und ich bin schon viel herumgekommen, lebe auch derzeit ausserhalb Europas) erweckt den eindruck der fremdenfeindlichkeit der deutschen, die es schlicht nicht gibt. davon gibt es in jedem beliebigen land der erde weit mehr. was allerdings ein skandal ist, ist das bewusste verschweigen von kriminellen akten begangen von ausländern an deutschen und anderen ausländern. davon gibt es allerdings mehr als reichlich. aber das ist in Deutschland nicht der rede wert. die Deutschen sind eben vieh das man einfach so tottreten kann. armes Deutschland!

    Florian: Willanders, Sie haben da aber einen sehr eingeschränkten Blick auf die Realität. Ich werde zu diesem Themenbereich demnächst mal etwas schreiben und auf einige Texte verweisen. Also nicht zu eingeschränkten Blicken auf die Realität…

    Nochmal Ich: Voilá

  5. […] und vor allem dem Leitfaden von Patrick Gensing im Hinterkopf, kann man nun mal exemplarisch diesen Kommentar […]

  6. […] Überfall in Hamburg By Florian Am 17. November schrieb ich an dieser Stelle über einen Überfall in Hamburg. „(…) sei dem Opfer ein Aufkleber („Schöner leben ohne Überfremdung – Hamburg […]

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