Sezession im Netz: Selbstverliebt

Man hat sich ja schon daran gewöhnt, dass besonders gute, wahre und schöne Artikel der guten, wahren und schönen Rechten ihren Weg vom Online-Tagebuch in die Print-Ausgabe der Sezession finden. Die bald erscheinende Sonderausgabe grenzt aber dann doch an peinlicher Selbstverliebtheit.

Martin Böcker schreibt für die Junge Freiheit, jetzt auch für das Tagebuch der wahren, schönen und guten Rechten aus Schnellroda und betreibt zudem das Blog „Das Gespräch – Herrschaftsfreier Diskurs“. Innerhalb kurzer Zeit wurde aus diesem „Herrschaftsfreien Diskurs“ (Interview z.B. mit Mathias Brodkorb) ein neurechtes Selbstgespräch.

Martin Böcker interviewte Sezessions-Mitglieder (Weißmann, Lehnert, Lichtmesz und natürlich Kubitschek), zu denen er ja jetzt auch gehört. Die Sezession, bzw. das Online-Tagebuch, bewarb dann auch immer sehr wohlwollend diese wichtigen Interviews, immerhin hat die Neue Rechte ja einiges zu erzählen und weiß wie der Hase läuft. Somit ist diese Form des selbstverliebten Selbstgesprächs natürlich nur verständlich.

Und damit das Gesagte nicht in den unendlichen Weiten des Internets verschwindet, wird es eine Sonderausgabe der Sezession geben. Die gesammelten Interviews mit Weißmann, Lichmesz, Lehnert und Kubitschek zum ins Regal stellen. Wenn das nichts ist, dann weiß ich auch nicht.

Kleiner Nachtrag: In der aktuellen Sezession wird das Sonderheft natürlich auch beworben, selbstverliebter und peinlicher geht es fast nicht mehr:

„Viel ist gesagt worden, viel wurde und wird geschrieben über die „Neue Rechte“. Aber immer nur über: über die Szene und über ihre Protagonisten. Das ist zu wenig, es war an der Zeit, mit den Leuten selbst zu reden.“

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3 Responses to Sezession im Netz: Selbstverliebt

  1. Gerald sagt:

    Wahrscheinlich rührt diese Selbstverliebtheit daher, dass auf jeden Rechten zehn Linke kommen, die sich über ihn empören oder ihm anderweitig Aufmerksamkeit schenken.

    Florian: Vielleicht könnte das Institut für Staatspolitik mit einer „Studie“ für Klärung sorgen. „Der Fall Gegen-Gegenöffentlichkeit“

  2. Lutz sagt:

    Wen wundert das denn noch wirklich? Der sehnliche Wunsch, „die Deutungshoheit“ über alles zu erlangen, führt eben auch zwangsläufig dazu, die subjektive Deutungshoheit darüber zu haben, was wichtig ist. Wenn auch nur in einem eher ziemlich beschränkten Universum. Und solange sie sich dort in ihrer empfundenen Deutungshoheit suhlen, ist doch alles ok. Man stolpert eben hin und wieder mal darüber, was dort als wichtig angesehen wird, wenn jemand sein Teleskop auf dieses wundersame und von bizarrer Komik geprägte Universum richtet…

    Ohne Zweifel ist das Beobachten fremder Galaxien mitunter auch für das hiesige Universum von Belang. In diesem Fall dürften die in Schnellroda augebrüteten Highlights jedoch für Otto Normalbürger genau so wichtig sein, wie ein Kometeneinschlag auf irgendeinem Planeten irgendeiner Galaxie in Abell 2218.

    @ Gerald: Auch wenn ich die hier gewährte Aufmerksamkeit für diese politischen Knallchargen nicht ganz nachvollziehen kann, scheint mir bei Ihnen doch eine leicht verzerrte Wahrnehmung der politischen Verhältnisse vorzuliegen. Ein 10:1-Verhältnis zwischen Linken und Rechten zu benennen, lässt entweder Rückschlüsse auf a) eben eine schlichte Wahrnehmungsstörung, oder b) eine Selbstpositionierung weit rechts von der bürgerlich-rechten Mitte zu. Wenn man selbst den rechten Rand darstellt, wird natürlich der Rest der Welt automatisch links gefühlt.

  3. […] So bekommt jeder neue Rechte für den Abstieg in die Gegenrealität das Sonderheft “Gespräche – Eine selbstverliebte Neue Rechte spricht mit sich selbst (und nennt dies dann herrschaftsfreien Diskurs)” kostenlos und irgendwie ja auch umsonst […]

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