Sezession: Stefan Scheil und die FAZ

Am 4. Juni 2009 konnte man in der FAZ eine Rezension zu Stefan Scheils Buch „Churchill, Hitler und der Antisemitismus“ lesen. Hier ein kleiner Auszug:

„() Was ist von diesen Thesen zu halten, die in Widerspruch zur internationalen Forschung stehen? Die Antwort muss lauten: wenig bis nichts. Scheil vermag seine Erkenntnisse weder mit aussagekräftigen Dokumenten noch mit einer argumentativ plausibel entwickelten Beweisführung zu erhärten. Wenn er disparat von einem Handlungsstrang zum nächsten springt, Behauptungen aufstellt, die auf Situationen projiziert werden, die von anderen Parametern bestimmt wurden, und objektive Tatsachen ausblendet, wird die Lektüre seines Buches zum Ärgernis. ()“

Man kann wohl diese Rezension als vernichtend bezeichnen. Was mich nun wundert, warum veröffentlicht die FAZ sechs Monate später einen Artikel von Stefan Scheil mit dem Titel „Hitlers Krieg und der Antisemitismus“? Sichtlich stolz verweist Stefan Scheil selbst im Tagebuch der guten, wahren und schönen Rechten (Sezession im Netz) auf eben diesen Artikel.

„() Das hatte den an Ort und Stelle ebenfalls erklärten Zweck einer ausdrücklich mitleidlosen Ausrottungspolitik gegen das europäische Judentum, auf die Hitler das Auditorium einzuschwören versuchte. Sein Tonfall läßt vermuten, daß Zweifel im Saal spürbar waren. Trotzdem gehörte die Rede zu einer Kampagne, die auch öffentlich geführt wurde, etwa in Goebbels‘ Wochenzeitung „Das Reich“. Die Weltöffentlichkeit sollte das hören, aber sie hörte weg.

() Näheres dazu bringe ich heute im geisteswissenschaftlichen Teil der FAZ: „Hitlers Krieg und der Antisemitismus“.“

Mir ist es eigentlich egal, was die FAZ so veröffentlicht, aber wenn ein Buch zum Thema schon ein Ärgernis ist, warum darf dann Scheil dazu nochmal ran, gibt es sonst keine Historiker zu diesem Themenbereich? Und nebenbei finde ich es natürlich auch interessant, dass ein Autor des inzwischen offen völkischen Tagebuchs der guten, wahren und schönen Rechten mal so eben im geisteswissenschaftlichen Teil der FAZ auftaucht.

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