Sezession: Warmes Moor – Brauner Sumpf

Am 30. Dezember Nibelungen-Stammtisch in Frankfurt a.M., Kositza und ich waren dort. Man darf ja nicht mehr rauchen in diesen Lokalen, und das setzt jedesmal vor allem einen der Teilnehmer mächtig unter Druck: Günter Maschke, den Filterlosen, der jüngst der empfehlenswerten Zeitschrift hier&jetzt ein feines Interview gab.()

Wir halten fest: Kubitschek findet die „rechtsradikale Schrift“ aus dem „politische(n) Umfeld der Jugendorganisation der sächsischen NPD“ hier&jetzt empfehlenswert. Die zitierte Bezeichnung, bzw. Standortbestimmung stammt übrigens von der Homepage dieser Zeitschrift, es handelt sich um Selbstbeschreibungen.

Ich hatte ja nun zu Zuerst! eine sehr knappe aber deutliche Meinung, ähnlich sieht es hier auch aus. Im März 2009 gab übrigens Ernst Nolte der hier&jetzt ein Interview. Herr Kubitschek hatte damals im Tagebuch der wahren, schönen und guten Rechten zur hier&jetzt, bzw. zum genannten Interview folgende Meinung:

() Es gibt in der Tat (und leider) Dialogs- und Gesprächsgrenzen, sie verlaufen irgendwo im breiten Raum rechts von der Mitte. Es gibt diese Grenzen, wenn man sich den Hebelfunktionen des politischen Geschäfts unterwirft. Wenn man das nicht tut, werden Grenzen nur durch den eigenen Anspruch und durch den guten Geschmack gesetzt. ()

Anstand und Geschmack hat er dann Nolte auch zugeschrieben, allerdings schon im Tonfall distanziert zur Zeitschrift hier&jetzt. Denn Nolte hat ja Anstand und Geschmack durch den Inhalt seiner Antworten geliefert und sich eben so nicht auf eine Stufe mit der Zeitschrift gestellt, so habe ich zumindest Kubitschek verstanden. Darüber kann man streiten, ebenso natürlich über das aktuelle Interview mit Günter Maschke.

Im Januar 2010 findet Kubitschek nun diese Zeitschrift „empfehlenswert“. Und es ist sicherlich keine Haarspalterei, hier das Wort mal auf die Goldwaage zu legen. Immerhin brachte Kubitschek in seinem Verlag (Edition Antaios) unlängst den ersten Band „Leitbegriffe“ des „Staatspolitischen Handbuchs“ heraus und sprach in diesem Zusammenhang von einem „metapolitischen Meilenstein“.

Ist es nun auch ein metapolitischer Meilenstein eine Zeitschrift der radikalen Rechten (Umfeld NPD) zu empfehlen?

Kurz noch folgender Gedankengang von mir: Ich bin der Meinung, dass 1) die NPD zukünftig mehr den „sächischen Weg“ folgen wird, sich also etwas „moderater“ geben wird, zumindest nach außen 2) die „Neue Rechte“ sich im Laufe des letzten Jahres immer mehr radikalisiert hat und in einigen Bereichen der NPD schon sehr nahe steht. Ich glaube da können in Zukunft verschiedene Zusammenarbeiten stattfinden. Da ist dann für mich das Prädikat „empfehlenswert“  von einem „Neuen Rechten“ in Richtung (sächsische) NPD zumindest ein kleine Brücke, die da geschlagen wurde.

Gut, wahr und schön ist das nicht. Anstand und Geschmack sucht man ebenfalls vergebens…

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