„Niemals deutsches Land in Moslem-Hand!“

Ehrlich sind sie ja hin und wieder, die Herren von der NPD. In einer aktuellen Mitteilung vom 7. Januar (Quelle: „Heimseite“ der NPD) heißt es, Hervorhebungen immer von mir:

„Schon die westdeutsche Provinz zeigt, daß Multikulturalisierung vor allem Orientalisierung und damit Islamisierung bedeutet. Keine hiesige Ausländergruppe erzeugt bei den Deutschen so viel Unbehagen wie die fremdartigen Moslems. Der Kampf gegen die Islamisierung ist deshalb der Türöffner für weitergehende ausländerpolitische Forderungen der nationalen Opposition.“

Die aktuelle Mitteilung hat aber noch viel mehr zu bieten, z.B. Einleitungen. Fast jeder neue Absatz beginnt mit einer anderen tollen Einleitung: „Man kann mit einigem Recht davon ausgehen,“ „Tatsache ist,“ „Es ist ein offenes Geheimnis,“ „Es ist offensichtlich,“ „Hier zeigt sich,“ – und dann der große Knall:

„Bleibt es bei dieser Entwicklung, dann stehen um das Jahr 2045 50 Millionen Deutschen 51 Millionen größtenteils fremdrassige Moslems gegenüber. Nach einem EU-Beitritt der Türkei bekäme Deutschland noch ein paar Millionen Moslems dazu.“

Und dann noch eine längst überfällige Klarstellung:

„Ausgeschlossen sollte nur die allzu simple Logik des „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“ sein. Diese Maxime nährt gefährliche Bündnis-Illusionen, denn der Feind meines Feindes ist noch lange nicht mein Freund. Konkret heißt das: der Jude ist nicht plötzlich mein Freund, weil ich innenpolitisch gegen Moslems bin, und der Moslem ist nicht mein Freund, weil ich außenpolitisch gegen USrael bin.“

Zum Schluss dann nochmal richtig Klartext:

„In Mitteleuropa aber ist der Islam eine fremdkörperhafte Aggressionsreligion, der mit keiner Toleranz begegnet werden darf. Die Siege über die Türken vor Wien 1529 und 1683 dürfen nicht umsonst gewesen sein!“

Noch Fragen? Mich springt hier der Fanatismus dieser Leute geradezu an – Rassismus, Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus, Volksverhetzung. Kein angebliches Vorurteil haben sie ausgelassen, vielmehr haben sie sämtliche Klischees erfüllt und sogar nochmal dick unterstrichen. Widerlich.

Was ich der NPD aber doch gerne noch ins Stammbuch schreiben möchte, das ist ein Zital eines sehr bekannten und offenbar von der NPD auch geschätzen Herren, ich nenne mal keinen Namen:

Jede Propaganda hat volkstümlich zu sein und ihr geistiges Niveau einzustellen auf die Aufnahmefähigkeit des Beschränktesten unter denen, an die sie sich zu richten gedenkt. Damit wird ihre rein geistige Höhe um so tiefer zu stellen sein, je größer die zu erfassende Masse der Menschen sein soll. Handelt es sich aber, wie bei der Propaganda für die Durchhaltung eines Krieges, darum, ein ganzes Volk in ihren Wirkungskreis zu ziehen, so kann die Vorsicht bei der Vermeidung zu hoher geistiger Voraussetzungen gar nicht groß genug sein.“ (Quelle: Wikiquote)

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3 Responses to „Niemals deutsches Land in Moslem-Hand!“

  1. NDM sagt:

    „und der Moslem ist nicht mein Freund, weil ich außenpolitisch gegen USrael bin“

    Oha – Genau das war doch immer das Argument der Nationalen Moslemhasser aus dem REP-Spektrum. Islamisten seien schon immer Verbündete der Nazis gewesen. Letzteres kann zwar tatsächlich rational begründet werden, es übertüncht jedoch nur unzureichend den rassistischen Moment, der früher oder später alles überdeckt.

    Tragen ANs also ab jetzt keine Kufiya mehr? Es hat schließlich in vielen (auch in fundamentalistisch) Islamisch geprägten Ländern eine gesamtgesellschaftliche Tradition.

    Unfreiwillik komisch ist folgender Satz auf der NPD-Homepage:

    „Laut deren Studie „Muslimisches Leben in Deutschland“ bevölkern schon 4,3 Moslems das Land der Deutschen.“

    Auch merkwürdig, die sprachlichen Winkelzüge: „Zum Islam konvertierte Inländer sind hier nicht erfaßt, weil die Studie nur die Zuwanderer aus muslimischen Ländern und ihre Nachkommen zählt.“

    „Inländer“ ist laut Wikipedia in der Wirtschaft kein Synonym für „Bio-Deutscher“(Das ist, was die NPD jedoch meint, in diesem Begriff zu sehen), sondern bezeichnet sämtliche im Land lebenden Menschen, unabhängig von der Staatsangehörigkeit und der Dauer des Aufenthalts. Umgangssprachlich (möglicherweise auch juristisch) wird der Begriff jedoch oft einfach für sämtliche Menschen deutscher Staatsangehörigkeit verwendet. „De-Facto-Inländer“ bezeichnet in der Rechtswissenschaft zudem Menschen ohne Inländische Staatsangehörigkeit, die jedoch mehr oder weniger gut integriert im Land leben.

    Für mich liegt der Schluss nahe, dass sich die NPD hier an einer per Semantik(durch die Verwendung mit völkischer Konnotation) ausgrenzenden Begriffsumdeutung versucht.

  2. […] auch: Florian Röpke über das NPD-Papier, Minarett als Strohhalm, November: NPD kommt auf den Anti-Minarett-Trip, DVU streckt Fühler in […]

  3. […] Rechten auf’s Maul geschaut (6) Nachdem ich gestern die aktuelle Mitteilung der NPD kommentierte, möche ich an dieser Stelle mal einige Kommentare von Gesamtrechts zitieren, dort wurde die Hetze […]

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