Wolfenbüttel: Das Sprachrohr spricht nicht, fordert aber

Irgendwie mag ich nicht so recht an einen Zufall glauben, wenn „Das Sprachrohr politischer Aktivisten aus Wolfenbüttel & Salzgitter!“ aktuell einen Betrag von Report Mainz über die Schächtung von Tieren veröffentlicht. Der Fernsehbeitrag ist immerhin schon über ein Jahr alt und den tatsächlich aktuellen Skandal um die Firma Wiesenhof hat man bei den nationalen und sozialen Aktivisten  nicht thematisiert. Also einfach nur „Aktionswoche Tier- und Umweltschutz“ ist das nicht.

Nun ist man ja im Bereich der extremen Rechten erst vor kurzer Zeit auf den Anti-Islam-Zug aufgesprungen und erst jetzt kann man daher mit dem Thema „Schächten“ zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Sowohl Juden, als auch Moslems praktizieren nämlich diese Schlachtungsmethode aus religiösen Gründen. Also gleich zwei Feindbilder auf einmal.

Dass die nationalen Sozialisten neben der Überschrift „Schächtverbot, jetzt!“ keinen weiteren Text zu bieten haben ist da nur konsequent.

Das alles ändert natürlich nichts an der Tatsache, das ich selbst natürlich auch gegen Schächten bin, nur greift das natürlich nicht sehr weit. Bei der Abwägung zwischen freier Religionsausübung und Tierschutz entscheide ich mich für den Tierschutz. Aber das Thema ist damit noch lange nicht beendet. So ist es doch die Überflussgesellschaft in der wir leben selbst, die tagtäglich Tierquälerei fördert, nur weil Fleisch eben immer verfügbar und noch dazu billig sein muss. Was Tieren allein unter dem Schlagwort der „Wirtschaftlichkeit“ angetan wird ist ein Skandal. Und hier liegt doch die Wurzel des Übels.

Aber da gibt es seit Ewigkeiten schon diverse Organisationen, die darauf immer wieder hinweisen, da braucht es eigentlich keine Sprachrohre politischer Aktivisten, die solche Themen für ihre Weltanschauung missbrauchen. Erst recht nicht, wenn man nach Schema F jedes politisch brauchbare Thema aufgreift und es zu besetzen versucht, nur um der Bevölkerung zu suggerieren, hier handele es sich um die netten Jungs von Nebenan, die sich einfach nur Sorgen machen und nur von „Friede, Freude, Eierkuchen“ träumen. Der „Nationale Widerstand“ ist eben kein Streichelzoo.

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One Response to Wolfenbüttel: Das Sprachrohr spricht nicht, fordert aber

  1. Lutz sagt:

    Hihi, unsere ANWFSZ mal wieder…. immer auf der Suche nach neuen Wegen, die eigene Inhaltsleere mit fremden Themen, Stilen, etc. zu kaschieren und das Ganze dann passionierten Nichtdenkern erfolgreich als Neuerfindung des Rades zu verkaufen.

    Aber eins muss man ihnen lassen: Die neuen Nazi-Öko-Aufkleber und Flugblätter sind von derart fulminant simplem und plakativem BILD-Sprech geprägt, dass sie damit vermutlich die gewünschte Klientel mit der Zielgenauigkeit eines Scharfschützenprojektils erreichen.

    Enorme Weitsicht zu diesem Abkupfern anderer Themen hat die Titanic ja schon bei „Der Führer privat“ bewiesen, als man strickende Ökos vor einem Transparent „Nicaragua-Gruppe der NSDAP“ oder die „Ökologen der NSDAP“ gegen die Autobahnen protestieren sah. Und was den Kleidungsstil dieser „autonomen Nationalisten“ angeht, ruft die junge Schar dann „Cool, mein Führer!“, wenn Dolferl sein Käppi verkehrt herum trägt….

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