Größtmögliche unfreiwillige Albernheit

Obwohl mein kleines Blog Bestandteil des Internets und auch des so genannten web 2.0 ist, dabei bin ich mir der verschwindend geringen Bedeutung im Vergleich zum großen Ganzen natürlich bewusst, werde ich immer mehr zum Feind eben dieser Errungenschaft, bzw. dieser konsequenten Herausbildung genannt web 2.0.

Beobachtet man im ersten Schritt mitleidig jene Mitmenschen, die sich dem Segen Internet verweigern, gerät man im zweiten Schritt schon ins Staunen, ob der tatsächlichen Überlebensmöglichkeiten eben ohne Internet und im dritten Schritt könnte man sogar neidisch werden auf jene Abstinenzler. Dem dritten Schritt folgt dann nach kurzer Zeit des Beruhigens wieder der erste Schritt. Gefangen in einem Kreislauf, gefangen im Internet, oder noch viel schlimmer: Gefangen im web 2.0. Das ist natürlich nur ein überspitztes Szenario, aber ganz weit weg von der Realität ist das sicherlich nicht.

Das Internet hat Gewicht, mehr als gut ist. Voilà, das ist meine These!

Das Internet ist wichtig, keine Frage, aber eben auch in weiten Teilen absoluter Quatschkram, den niemand, aber auch wirklich niemand benötigt. Aber es schafft Hirnaktivitäten, weil wirklich alles Elend der Welt immer und sofort verfügbar ist, nicht selten sogar mit eigener Homepage und das regt natürlich zum nachdenken oder mitmachen an. Sehr zum Leidwesen der wenigen wirklich guten Dinge, die man auch im Internet findet.

Während man im echten Leben versucht oder dazu angehalten wird „nur auf einer Hochzeit zu tanzen“ (Volksmund, mir unbekanntes Datum), tanzt man im Internet gerne auf dutzenden Hochzeiten zugleich, somit übrigens auf keiner Hochzeit so richtig und meint dennoch das Richtige zu tun, ist doch die Unterscheidungsfähigkeit, zwischen guten und schlechten Hochzeiten, aufgrund des eklatanten Überangebots abhanden gekommen.

Im Internet gibt es keine Qualitätskontrolle. Das ist meine Erfahrung, also keine These.

Die in der Überschrift genannte „größtmögliche unfreiwillige Albernheit“ bleibt dann aber den Menschen selbst, das Internet ist nur die Bühne. „Albernheit“ ist für mich nicht ernst zu nehmen, ist aber auch ein Urteil und kann durchaus ebenfalls aus Ernsthaftigkeit entstehen. „Unfreiwillig“ soll einige Menschen schützen. „Größtmöglich“ steht zur Diskussion und liegt im Auge des Betrachters, kann aber auch lediglich eine Überschrift interessanter wirken lassen.

Wer nimmt sich also selbst so wichtig und ignoriert dabei so vieles. Wer meint das Rad neu erfunden zu haben und hat dabei trotzdem vieles nicht bedacht. Wer meint im Besitz einer Wahrheit zu sein und nimmt es dabei selbst nicht so genau. Wer möchte alles und bekommt nur größtmögliche unfreiwillige Albernheit.

Aber, und das wollte ich schon immer mal inhaltsreich in den Raum stellen und hier passt es noch dazu sehr gut:

Fürchte den Regen nicht

Man muß „die Lektion des Platzregens“ verstehen. Ein Mann, der unterwegs von plötzlichem Regen überrascht wird, rennt die Straße hinunter, um nicht naß und durchtränkt zu werden. Wenn man es aber einmal als natürlich hinnimmt, im Regen naß zu werden, kann man mit unbewegtem Geist bis auf die Haut durchnäßt werden. Diese Lektion gilt für alles. (aus: „Hagakure“ von Tsunetomo Yamamoto)

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