Nochmal Dresden: Na also, „Zuerst!“ zieht blank

Vereinfacht könnte man sagen: „Nenne mir deine Meinung zu Dresden und ich sage dir wo du stehst.“ Denn bei diesem Thema kann man schon sehr deutlich sehen, wessen geistiges Kind so mancher ist. Ich hatte mir zu Dresden selbst nur kurz Gedanken gemacht und möchte an dieser Stelle kurz aufzeigen, wie die rechtsextreme Zeitschrift „Zuerst!“ zum Thema Dresden steht. Ich stütze damit meine hier bereits genannten Ausführungen.

Unter dem Titel „Angriff auf den Rechtsstaatschreibt dieses „Nachrichtenmagazin“, bzw der Autor Roger Szrenec, also einleitend:

(…) Noch schlimmer ist: Das eigentliche Anliegen dieses Trauertages wird von politischen Gruppen für ihre heutigen Ziele mißbraucht. Die von Politik und Medien gelenkte mediale Wahrnehmung konzentriert sich auf vermeintliche ‚Neonazis‘, die angeblich das Gedenken ‚instrumentalisieren‘, die ‚Geschichte verfälschen‘ und die ‚deutschen Verbrechen relativieren‘. Daher mobilisieren Gruppierungen aus dem linksextremen Spektrum der bundesdeutschen Regenbogengesellschaft ihre Fußtruppen, um das stille Gedenken zu stoppen, zu stören und mit Füßen zu treten. In Bussen reisen sie an (…)

Wer sich nach dem 13. Februar nur ein wenig umgeschaut hat, der wird sehr schnell erkannt haben, dass auf der Veranstaltung sehr viele nicht „vermeintliche“ Neonazis anwesend waren.  Eigentlich könnte man sogar sagen, alles was in der rechtsextremen Szene Rang und Namen hat war anwesend. Aber das ist für ein vermeintliches Nachrichtenmagazin natürlich nicht relevant, denn instrumentalisiert wird ja eh nur von „Gruppierungen aus dem linksextremen Spektrum„. Und so wird natürlich auch schnell konstruiert, dass die Linken ein generelles Gedenken mit Füßen treten, obwohl die einzige „echte“ Gedenkveranstaltung völlig störungsfrei verlief.

(…) Seit Mitte der 90er Jahre ist Dresden nämlich Schauplatz einer Veranstaltung der „Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland“ (JLO). Was klein begann, entwickelte sich zum Treffpunkt für patriotische Gruppierungen aus allen deutschen Ländern und für deren Nachbarn. Heute bezeichnen linksextreme Gruppen das Gedenken als „größten Neonazi-Aufmarsch in Europa“. 2009 versammelten sich ca. 6–7.000 Teilnehmer in der Dresdner Innenstadt, um der Bombenopfer des 13. Februar 1945 zu gedenken. Ihnen gegenüber standen fast ebensoviele Aktivisten in einer bunten Mischung aus Gegendemo, Anarcho-Happening und sozialdemokratischer Pflichtveranstaltung (Gewerkschaften, Parteien, Kirchen, Vereine). Ein beschämendes Patt für das organisierte Gutmenschentum. (…)

Wieder auf der einen Seite die guten „Patrioten“, die nur ehrenwertes im Sinn haben und auf der anderen Seite das „organisierte Gutmenschentum„, als Gegner eines vermeintlichen Gedenkens.

Weitere kleine Zitate werde ich jetzt unkommentiert veröffentlichten, denn immerhin handelt es sich bei „Zuerst!“ um ein Nachrichtenmagazin, welches in der Auslage neben „Stern„, „Spiegel“ und „Focus“ liegen soll. Hier noch einige unkommentierte Häppchen, die zeigen, wie „Zuerst!“ diesem Anspruch gerecht zu werden versucht, obwohl man in der Auslage eigentlich neben dem „Stürmer“ oder zumindest den „Zeitungszeugen“ liegen müsste:

Kommunisten in allen Schattierungen und unter vielen irreführenden Namen, die ihre wahre, menschenverachtende Überzeugung verheimlichen sollen.

Es ist wohl wahr: Bei gesetzeskonformem Verhalten der Polizei hätte sich an diesem 13. Februar ein Trauerzug von mehr als 10.000 – meist jungen – völlig friedlichen Teilnehmern stundenlang durch Dresden bewegt.

Denn später heißt es, daß schon vor Beginn der Kundgebung klar war, daß die Polizei die Blockaden der Kommunisten nicht räumen würde. Ein raffiniertes Zusammenwirken zwischen Behörden, der Polizei, linksextremistischen Demonstranten und etablierten Politikern.

Man hat seine Ziele offensichtlich erreicht – wenn auch nicht mit demokratischen Mitteln, denn keine der kurzfristig angemeldeten „Kundgebungen“ der linken Protestler war genehmigt.

2009 (…) Während sich das Party-Publikum die Zeit mit Tanzen, Telefonieren und Döner Futtern vertrieb, machten die nationalen Kräfte genau das, wozu sie nach Dresden angereist waren: Sie gedachten würdig der Toten.

Der Kammerchor stimmt ein Lied an. Es wird untermalt vom Knattern der Polizeihubschrauber, die seit Stunden den Himmel über der Stadt durchfliegen. Ein makaberes Schauspiel: Die älteren Dresdner heben ihre Augen in den Nachthimmel und erinnern sich an die Motorgeräusche der feindlichen Bomber. Für sie muß diese Kakophonie furchtbar sein.

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