Mal wieder einige Lesetipps (ergänzt)

Ein wirklich gelungener Artikel findet sich gerade auf Zeit-Online. Carolin Emcke schreibt über „Islamgegner“ und trifft dabei nicht nur einmal den Nagel auf den Kopf.

(…) Muslime im Singular scheint es nicht mehr zu geben. Sie sind als Individuen unsichtbar, als Leute, denen ihre Mitgliedschaft im lokalen Fußballverein oder ihre Arbeit als Krankenpfleger wichtiger sein könnte als ihre Herkunft aus Bosnien oder Afghanistan. Muslime gibt es gegenwärtig selten als Lehrer oder Schlosser, (…) als Atheisten oder Opelaner – nicht weil es sie nicht gäbe, sondern weil sie so nicht mehr wahrgenommen werden. (…)

Quelle: Zeit-Online – „Liberaler Rassismus“ (via Kruppzeuch)

Arne Hoffmann ist für den nächsten Lesetipp verantwortlich. Er verweist auf Achim Bühl und seinen Artikel über „Islamfeindlichkeit und Antisemtismus – ein schwieriger Vergleich„.

(…) Gäbe es eine Bereitschaft, den Text von Herrn Benz ernsthaft zu lesen, so hätte man zur Kenntnis nehmen können, dass das Ziel des komparatistischen Projekts darin besteht, den aktuellen antiislamischen Diskurs mit dem relativ gut analysierten Antisemitismus des 19. Jahrhunderts mit der Intention zu vergleichen, Funktionen und Ursachen, Stereotype und Ideologeme, Ausgrenzungsmechanismen und Pejorisierungskalküle (gezielte Abwertungen; Anm. ak) besser zu verstehen, um effektive und erfolgreiche Strategien gegen eine gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zu entwickeln, wovon derzeit vor allem das Judentum und der Islam betroffen sind. (…)

Quelle: analyse & kritik – „Islamfeindlichkeit und Antisemitismus – ein schwieriger Vergleich

Auch in der aktuellen Ausgabe der „Blätter für deutsche und internationale Politik“ befindet sich dieser Aufsatz von Achim Bühl, allerdings etwas länger und in Teilen anders formuliert. Leider ist diese überarbeitete Fassung kostenlos online nicht verfügbar. Dieser Artikel ist inzischen auch online verfügbar, nämlich hier.

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2 Responses to Mal wieder einige Lesetipps (ergänzt)

  1. Marti sagt:

    Ernsthafte Islamkritiker wie etwa Wilders, Kelek und viele andere sagen klar, dass es nicht um Muslime geht, sondern um den Islam, genauer um den orthodoxen Scharia-Islam, dem etwa 90% aller Muslime angehören.

    Diese Islamform umfasst wesentlich mehr als das, was der westliche Begriff „Religion“ umreißt.

    Schon unter Mohammed umfasste das System Islam auch die gesamte Politik und in diesem Sinne wurde es später von muslimischen Gelehrten systematisiert.

    Das Problem sind also nicht einzelne Muslime, sondern das System, dass sie bilden und zwar umso mehr, je mehr es sind und umso orthodoxer sie sind.

    Das System orthodoxer Islam basiert auf extrem starkem sozialen Druck und legimiert nicht nur Gewaltanwendung, sondern macht sie in etliche Fällen sogar zu Pflicht:

    Der Dschihad zur Eroberung immer neuer Gebiete für den Islam ist eine kollektive religiöse Pflicht (fard kifaya) aller Muslime, die nur ausgesetzt werden darf, wenn die Muslime zu schwach sind.

    Wer Ehebruch begeht, verletzt die „Rechte Gottes“. Die dafür vorgesehene Strafe muss bei entsprechenden Beweisen zwingend angewandt werden.

    Wer den Islam verlässt ist des Todes. Einjeder, der einen Apostaten ermordet, geht selbt straffrei aus.

    Mohammed selbst hat Kritiker und Spöttr per Auftragsmord beseitigen lassen. Das Vorbild Mohammeds ist für orthodoxe Muslime normsetzend.

    Natürlich gibt es auch andere Islamormen, kann man prinzipiell Dinge auch anderes sehen und auslegen, aber das System erlangt seine Stärke durch den dahinterstehenden, systemimmanenten Zwang.

    Analysiert man das System genauer, findet man vielfältige Parallelen mit anderen totalitären Systemen.

    Das Gerede von der „gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ bledet all das bewusst aus, um so das Dogma von der Gleichwertigkeit aller Kulturen und „Religionen“ nicht in Frage zu stellen.

    Es siegt wie so oft bei deutschen Intellektuellen die Ideologie über die genaue Analyse der Wirklichkeit.

  2. PC-Rider sagt:

    Wer sich ernsthaft und gut über die Debatte um Islamkritik und Islamophobie informieren will, dem empfehle ich das derzeit beste und wohl auch umfassendste Buch auf dem Markt: „Islamfeindlichkeit, wenn die Grenzen der Kritik verschwimmen“, vom Politologen Thorsten Gerald Schneiders. Hier eine Rezension vom oben erwähnten Arne Hoffmann:

    http://arnehoffmann.blogspot.com/2009/10/buchvorstellung-islamfeindlichkeit-wenn.html

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