Sezession: Die Tontaube Wagner / Abonnement-Kampagne / KSA

In der April-Ausgabe der Sezession ist ein Briefwechsel zwischen Richard Wagner und Götz Kubitschek abgedruckt. Eigentlich nichts von großer Bedeutung, allerdings eignet sich diese Veröffentlichung schon für ein kleines Exempel.

Der erste Brief von Kubitschek wurde vorab auf Sezession im Netz veröffentlicht, daraus:

„(…) Aber genau damit bin ich bei dem entscheidenden Punkt unseres Gesprächs angelangt: Sie sagten da, daß Sie bei einer Frage von mir nach einem Beitrag für die Sezession oder nach einem Interview ins Abwägen kämen – inwiefern es Ihnen selbst und Ihren anderweitigen Publikationsmöglichkeiten guttäte, wenn Sie sich in der Sezession äußerten. (…)“

Worauf ich nun hinaus möchte, das hat Mathias Brodkorb auf Endstation Rechts treffend gefragt.

„(…) Paradoxerweise lehnte Wagner zwar als Autor ab, willigte aber dennoch ein, einen Teil des Briefwechsels mit Kubitschek, der noch immer andauern soll, in der aktuellen Ausgabe der „Sezession“ zu veröffentlichen. Aus diesem Ausschnitt geht nichts anderes hervor als das, was Kubitschek sich von einem „Sezession“-Beitrag erhofft haben dürfte: dass wir in einer konformistischen Gesellschaft der „inneren Zensur“ lebten und die Freiheit im „Ergebnis der freiwilligen Selbstkontrolle“ nicht mehr viel wert sei. Die nächste Tontaube also fliegt. Wer wird schießen?“

Wer hat denn nun geschossen? Niemand. Und auch Erich Vad, auf den sich der Artikel auf Endstation Rechts ebenfalls bezog, wurde wie vorgesehen befördert. Als „Warten auf den linken Zeitgeist“ habe ich übrigens die Vad-Geschichte und eine Vorlesung auf der Leipziger Buchmesse bezeichnet.

Da es gerade um die Vergangenheit geht, die „Abonnement-Kampagne 2010“ wurde tatsächlich nie wieder aktualisiert. Ob also das Ziel, bis Ende Februar auf 2010 Abonnenten zu kommen, erreicht wurde, darf zumindest bezweifelt werden.

Im Zusammenhang mit der „konservativen Aktion Stuttgart“ fragte sich Kubitschek im März übrigens fast schon euphorisch klingend:

Mal sehen, wanns in München, Frankfurt, Bonn und Hamburg losgeht …

Die Antwort ist inzwischen auch bekannt: Das dauert wohl noch etwas. Dafür antwortet er aber gerade, also in der Gegenwart, auf eine Frage nach einen Autoren im Kommentarbereich auf Sezession im Netz:

„(…) einer, der ausführlich seine Befürchtung kundtat, daß wir in die Aktivismus-Falle tappen könnten.“

Aha, die ausgebliebenen Aktionen könnten demnach quasi von langer Hand geplant sein, um nicht in die „Aktivismus-Falle“ zu tappen. Da macht man sich die Welt eben wieder, wie sie einem gefällt. Auch dazu und allgemeiner hatte ich mir in der Vergangenheit ebenfalls schon Gedanken gemacht. Die neurechte Festung wird also noch immer wirkungsvoll gegen sich selbst verteidigt. Weitermachen.

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