Arme, unglückliche US-Regierung

Während man sich seit einiger Zeit darüber einig ist, dass das Gefangenenlager Guantánamo einen unhaltbaren Zustand darstellt und die rechtliche Grundlage mindestens fragwürdig ist, hat die Enthüllungsplattform WikiLeaks nun Nägel mit Köpfen gemacht und geheime Dokumente veröffentlicht, die dies bestätigen. Die Frankfurter Rundschau kommentiert treffend:

„Selbst wenn die USA tatsächlich nur Top-Terroristen und Kriegsverbrecher in Guantánamo eingekerkert hätten, wäre das ein Skandal. Auch die haben Anspruch auf faire Prozesse. Doch auch Fußsoldaten der Taliban, Mitläufer und Unschuldige wurden dorthin geschafft, mitunter verschleppt. (…) Amerika war nicht wählerisch bei seinen Gefangenen.“

Zusammengefasst könnte man sagen, dass Guantánamo zu verurteilen ist. Und da liest sich die Überschrift eines Spiegel-Artikels fast schon wie ein schlechter Witz. „US-Regierung verurteilt Guantanamo-Enthüllungen“ und weiter „Die US-Regierung zeigte sich ‚unglücklich‘ über die Veröffentlichung der Dokumente in zahlreichen Medien.“

Arme, unglückliche US-Regierung. Was ist denn eigentlich aus Obamas Wahlversprechen bezüglich Guantánamo, geworden?

Bild: US-Regierung

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