Braunschweig: Die Dummen, Rohen und Unsympathischen

Wenn man sich Neonaziaufmärsche so anschaut, in diesem Fall den in Braunschweig und speziell die jungen Männer, dann fällt mir immer eine kurze Passage aus Sebastian Haffners „Geschichte eines Deutschen“ ein, sie spielt 1920 nach dem Kapp-Putsch.

„Nur ein paar blieben der Politik treu, und zwar fiel es mir zum ersten Mal auf, daß das komischerweise mehr die Dummen, Rohen und Unsympathischen waren. Sie traten jetzt in »richtige« Bünde ein, in den Deutschnationalen Jugendverein zum Beispiel oder in den Bismarckbund (die Hitlerjugend gab es noch nicht), und bald zeigten sie in der Schule Schlagringe, Gummiknüppel oder gar »Totschläger« vor, rühmten sich gefährlicher nächtlicher Plakatanklebe– oder Plakatabreißpartien und begannen, einen bestimmten Jargon zu sprechen, der sie von allen anderen unterschied. Auch fingen sie an, sich unkameradschaftlich gegen die Juden unter uns zu benehmen.“

Komischerweise scheint es tatsächlich so zu sein und fast nur die Dummen, Rohen und Unsympathischen haben das Bedürfnis, einen Tag der deutschen Zukunft zu begehen.

Bild: Deutsches Bundesarchiv (German Federal Archive), Bild 102-13377

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