Steinbachs linker Nationalsozialismus

Screenshot @SteinbachErika (twitter.com)

Was Frau Steinbach schreibt, kann man so natürlich nicht stehen lassen. Dazu nur ein kleines Zitat aus Sebastian Haffners „Anmerkungen zu Hitler“:

„Da man aber das, was hinter den linken Parteien stand, die Arbeiterschaft, nicht abschaffen konnte, mußte man sie politisch für den Nationalismus gewinnen, und das bedeutete, (…) man mußte ihr Sozialismus bieten, jedenfalls eine Art von Sozialismus, eben einen Nationalsozialismus.“

Siehe auch: Publikative.org – Steinbach, linke Nazis und der Nachhilfeunterricht

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5 Responses to Steinbachs linker Nationalsozialismus

  1. Jan Wilhelms sagt:

    Die Meinung, daß der Nationalsozialismus „links“ gewesen sei, wird gerne von, nun ja, „Geschichtsdenkern“ aus Iowa und Alabama vertreten. Auch bei den „Rechtspopulisten“ spielt diese Behauptung eine Rolle.

    Es ist unglaublich, daß eine wie die Steinbach in der CDU geduldet wird. (Auch wenn ein Tweet sicher und Gott sei Dank nirgendwo für einen Parteiausschlu reicht.)

    Kein, wirklich kein, einigermaßer seriöse Historiker oder Politologe behauptet so einen Unfug.

    Schon die Tatsache, daß es eben keine nennenswerten nazistischen Wahlerfolge bei der Arbeiterschaft gab, spricht dagegen. Die frühen Hochburgen der Nazis sind eben nicht die alten der Linken, sondern ländliche, protestantische – „rechte“ – Gegenden. Gerade in Niedersachsen und in Schleswig-Hostein…

    Ein typischer aktiver Nazi hatte eben keine linke politische Vergangenheit, es gibt fast keine „Konvertiten“.

    Übrigens hat die SPD bekanntlich als einzige Reichstagsfraktion gegen das Ermächtigungsgesetz gestimmt – im Gegensatz zu den Vorgängerparteien von Frau Steinbachs Partei. (Die Kommunisten waren schon beseitigt.)

  2. Schlechtes Beispiel. Denn wenn man von Sebastian Haffner mehr liest, dann merkt man, dass er durchaus strukturelle Ähnlichkeiten zwischen linken und rechten Parteien sieht und somit Steinbach eher Recht gibt.

    Noch deutlicher sagte es der FAZ-Herausgeber und Historiker Joachim Fest:

    “War Hitler ein Linker? […] Manche guten Gründe sprechen dafür, dass der Nationalsozialismus politisch eher auf die linke als auf die rechte Seite gehört. Jedenfalls hatte er Zeit seines Bestehens mit dem Totalitarismus Stalins mehr gemein als mit dem Faschismus Mussolinis.”
    http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2003/09/27/a0148

    Steinbach gibt nur die These Fests wieder. Daran ist nichts skandalös.

  3. „Steinbach gibt nur die These Fests wieder.“ – Nein, das stimmt nicht und der Artikel gibt das auch nicht her. Zur Erinnerung, Steinbach sagte, die Nazis seien eine linke Partei gewesen. Und dies unter Hervorhebung von „sozialistische“ und „Arbeiterpartei“, also quasi als Beweisführung. Das ist einfach nur dumm, mehr nicht. Und Steinbach hatte sicherlich auch nicht Herrn Fest im Sinn, als sie ihren Humbug getwittert hat.

  4. Jan Wilhelms sagt:

    Ganz allgemein kann Fest heute als eher veraltet gelten, würde ich sagen. Als quasiautoritativ zitieren kann man ihn jedenfalls gewiß nicht mehr. Und der olle Haffner hat es echt nicht verdient, mit Unsäglichkeiten wie der von Frau Matschfluß in Zusammenhang gebracht zu werden. Nicht mal im Internet. 🙄

    (Der Kommenator oben hat natürlich weder den einen noch den anderen gelesen.)

  5. Also, Fest gilt keineswegs als veraltet. Und er sagt in dem Artikel ziemlich deutlich, dass es gute Gründe gebe, die Nazis eher dem linken Spektrum zuzuordnen. Steinbach sagt dasselbe, nur mit etwas mehr Bestimmtheit.

    Da ist kein Eklat, kein Skandal, nichts Besonderes. Nur ein bisschen Hysterie unter Journalisten.

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