Die Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen

Weil es mir unter den Nägeln brennt und ich meinen Senf eben gerne teile: Die Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen ist laut Urteil des Landgerichts Köln rechtswidrig und strafbar.

Spiegel-Online schreibt nun: „Die Religionsgemeinschaft des Islam sieht darin einen Eingriff in die Religionsfreiheit, ebenso wie der Zentralrat der Juden.“ Das sehe ich natürlich anders und finde das Urteil gut und richtig. Weiter heißt es: „Der Zentralrat der Juden hatte das Urteil (…) als beispiellosen und dramatischen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften kritisiert.“

Diesen „beispiellosen und dramatischen Eingriff“ begrüße ich hingegen als zivilisiert und lange überfällig. Religionsfreiheit scheint mir inzwischen ohnehin zu einem inhaltlich variablen Schlagwort geworden zu sein.

Nachtrag, 13.07.: Tagesschau.de zitiert den Rabbiner Goldschmidt mit folgenden Worten: „Die Entscheidung in Köln ist vielleicht eine der schwersten Attacken auf jüdisches Leben in Europa in der Post-Holocaust-Welt.“ Da bleibt einem ja die Spucke weg.

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One Response to Die Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen

  1. Cees van der Duin sagt:

    Petition gegen Beschneidung
    20. Juli 2012

    Text der Petition

    Der Deutsche Bundestag möge beschließen, Personensorgeberechtigten jede rituelle, medizinisch nicht indizierte Beschneidung eines Jungen (Zirkumzision) oder eines Mädchens (nach der Typisierung der World Health Organisation die FGM vom Typ I, II, III, IV) im Hinblick auf die Verwirklichung der körperlichen Unversehrtheit des Kindes oder Jugendlichen bis zu dessen Volljährigkeit zu untersagen. Um dem Individuum die Option auf ein Leben mit unversehrten Genitalien und mit der Option auf eine selbstgeschriebene Biographie zu ermöglichen, insbesondere im Hinblick auf die Entscheidung, ob eine lebenslange Sexualität mit oder ohne Präputium (Junge) oder Klitorisvorhaut (Mädchen) verwirklicht wird, möge der Bundestag beschließen, in das Bürgerliche Gesetzbuch Buch 4 Familienrecht Abschnitt 2 Verwandtschaft Titel 5 Elterliche Fürsorge § 1631 Inhalt und Grenzen der Personensorge einzufügen:

    § 1631d
    Verbot der rituellen Genitalmutilation

    Die Eltern können nicht in eine rituelle, medizinisch nicht indizierte Beschneidung ihres Sohnes (Zirkumzision) oder ihrer Tochter (nach der Typisierung der World Health Organisation die FGM vom Typ I, II, III, IV) einwilligen. Auch das Kind selbst kann nicht in die Beschneidung einwilligen. § 1909 findet keine Anwendung.

    http://eifelginster.wordpress.com/2012/07/21/297/

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