Presseschau KW 52

++ Die Diskussion ist vergiftet ++ Der Westen sollte seine Selbstkasteiung aufgeben ++ Die Vertrauensfrage ++ Jenseits des Mittelmeers ++ Die Sprache der Populisten ++ Warum wir für Verschwörungstheorien so anfällig sind ++ Wir können den Terror nicht ohne die Religion erklären ++ Meine Strategie zur Eindämmung der AfD ++ Die Salafisten sind überproportional gefährlich ++ Null-Toleranz und Multikulti ++ Exitprogramm für Dschihadisten ++ Die Elite verschließt die Augen ++ Höflich sein zu den Rechtspopulisten ++ Hätte ich das geahnt, hätte ich mir überlegt, ob ich den Job mache ++ Ich war zum ersten Mal froh, keine Kinder zu haben ++ Das Biest in mir ++ Weihnachten mit SYRIZA ++

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Soziologe über Silvester vor einem Jahr: „Die Diskussion ist vergiftet“ – taz

„Damals schien eine Fantasie von Rechten wahrgeworden zu sein. Armin Nassehi erklärt, warum diese Nacht mehr beeindruckt hat als Terroranschläge.“

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Der Westen sollte seine Selbstkasteiung aufgeben – Tagesanzeiger

„Wie soll man auf Terror reagieren? Wie tun es die, die schon betroffen sind? Das grosse Interview mit dem Schweizer Psychoanalytiker Carlo Strenger.“

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Terrorismus: Die Vertrauensfrage – Zeit Online

„Terror könnte wirksamer bekämpft werden, wenn einige deutsche Politiker nicht so verantwortungslos daherreden würden.“

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Jenseits des Mittelmeers – Welt

„Versagen der Sicherheitskräfte, Gefährdung durch Geflüchtete und Migranten – und der Ruf nach härteren Gesetzen im Kampf gegen den Terror. Wie nach den Anschlägen im Juli 2016 und im November 2015 in Paris, wo ich lebe, wurde nach dem schrecklichen Attentat auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz auch die öffentliche Debatte in Deutschland von diesen Themen dominiert. Sie kontrovers zu diskutieren ist legitim und Teil einer notwendigen gesellschaftlichen Debatte. In Sachen Dschihadismus-Bekämpfung kratzt diese Debatte allerdings nur an der Oberfläche. Was von den Politikern fast gar nicht und auch von den Medien kaum angesprochen wird, ist die Tatsache, dass unsere Auseinandersetzung mit dem Dschihadismus noch Jahrzehnte andauern wird.“

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Die Sprache der Populisten – Frankfurter Allgemeine Zeitung

„‚Lügenpresse‘, ‚Meinungsdiktatur‘ oder ‚Toleranzfaschismus‘: Die Sprache der Populisten soll Menschenmassen provozieren und komplexe Zusammenhänge simplifizieren. Ist so ein gemeinsamer Diskurs überhaupt möglich?“

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Nach dem Anschlag von Berlin: Warum wir für Verschwörungstheorien so anfällig sind – Tagesspiegel

„Denn Terroristen sind Narzissten. Sie wollen nicht nur massiven Schaden anrichten, sondern auffallen. Sie suchen ihren ‚moment of fame‘ – ihr Name, ihr Foto soll um die Welt gehen, die Tat soll ihre Signatur tragen. Daher erkläre ich: Nein, sie vergessen ihre Ausweise keineswegs. Sie lassen sie ganz bewusst am Ort. […] So kalkuliert der Attentäter: Was würde ihm seine Tat nützen, wenn nicht alle ‚Brüder‘ und ‚Schwestern‘ und erst recht alle Ungläubigen wüssten, wer warum das Massaker angerichtet hat? […] In den Tagen nach den Anschlägen von Paris, Nizza oder Berlin waren die Täter die meistgesuchten Menschen in Europa. Ihre fotografierten Gesichter wurden von Millionen Augen gesehen: Das ist der Ruhm, die Aufmerksamkeit, um die es den Tätern geht. Sie träumen vom heldenhaften Abgang, vom Märtyrerstatus, vom Paradies.“

Ahmad Mansour im Interview: „Wir können den Terror nicht ohne die Religion erklären“ – Tagesspiegel (Juli 2016)

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Gregor Gysi: Meine Strategie zur Eindämmung der AfD – The European

„Die AfD will Vermögende nicht stärker belasten. Sie möchte die Erbschaftsteuer abschaffen. Und sie diskutiert, alle Arbeitseinkommen in gleicher Höhe, nämlich zu 25 Prozent, zu besteuern. Damit zahlte die LIDL-Kassiererin den gleichen Einkommensteuersatz wie die Multimillionärin. Die gesetzliche Rente will die AfD noch stärker kürzen als die Bundesregierung. Das Programm der AfD ist also nichts anderes als ein Programm zur Reichtumspflege. Zur Bekämpfung sozialer Ungerechtigkeit eignet sich die AfD wie Öl zum Löschen von Feuer.“

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Naher Osten: „Die Salafisten sind überproportional gefährlich“ – Zeit Online

„Die nahöstliche Staatenwelt befindet sich in Auflösung, sagt der Islamwissenschaftler und UN-Experte Wilfried Buchta. Europa wird die Folgen spüren.“

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Mechelen: Null-Toleranz und Multikulti – geht das? – Zeit Online

„Die belgische Stadt Mechelen war mal ganz unten, verwahrlost und kriminell. Doch ihr Bürgermeister Bart Somers hat sie wieder aufgerichtet – mit konträren Konzepten. […] Wahrscheinlich ist es eine Politik, die sich keinem politischen Lager zuordnen lässt – Bart Somers setzt auf eine Mischung aus Law-and-Order und Multikulturalismus. ‚Meine Politik ruht auf zwei Beinen‘, erläutert er, ‚auf Sicherheit und auf Integration.‘ Das rechte Bein hat ihm den Spitznamen ‚Mr. Zero Tolerance‘ eingebracht. Als Bürgermeister ist er strikt gegen Dealer, Hehler und Kleinkriminelle vorgegangen und hat die Videoüberwachung in der Stadt massiv ausgeweitet. […] Sein größter Erfolg bleibt für ihn aber, dass kein Jugendlicher aus Mechelen nach Syrien gegangen ist. ‚Wir haben unsere Kinder beschützt, und da bin ich wirklich stolz drauf‘.“

Aussteiger in Dänemark: Exitprogramm für Dschihadisten – taz

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Soziale Ungleichheit: Die Elite verschließt die Augen – Zeit Online

„Die Elite dagegen klagt, Bürgerinnen und Bürger verkennten die Realität. Es ginge Deutschland doch eigentlich gut. Die soziale Marktwirtschaft sei lebendig, und es gehe in unserem Land gerecht zu. Damit erhebt die Elite Anspruch auf die Deutungshoheit über die Fakten, über die Wahrheit. Aber kann es sein, dass es nicht die Menschen sind, die das meiste falsch verstehen, sondern die kleine Gruppe von Entscheidern in Politik, Wirtschaft und Medien?“

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AfD in Mecklenburg Vorpommern: Höflich sein zu den Rechtspopulisten – Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Die AfD zog nach der Landtagswahl Anfang September als zweitstärkste Kraft in das Schloss ein. Das Misstrauen der 18 AfD-Vertreter gegen den Parlamentsbetrieb war groß. Kaum weniger groß waren allerdings auch die Forderungen der AfD. Jeder Abgeordnete sollte sein eigenes Büro bekommen. Auch sollte die Fraktion nicht räumlich getrennt werden. Es gab Ärger, weil die Computertechnik für die Abgeordneten – sie wird vom Landtag gestellt – nicht sofort zur Verfügung stand. Aber dann musste die AfD rasch einsehen, dass die Landtagsverwaltung ihr Bestes tut, die Bedingungen aber schwierig sind.“

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Andrej Holm: „Hätte ich das geahnt, hätte ich mir überlegt, ob ich den Job mache“ – Zeit Online

„Weil Andrej Holm mit 18 zur Stasi ging, halten manche den Staatssekretär im rot-rot-grünen Berliner Senat für untragbar. Gespräch über die Vergangenheit und Immobilien.“

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Interview mit Henriette Reker: „Ich war zum ersten Mal froh, keine Kinder zu haben“ – Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Sie kennt sich aus mit der Angst: Oberbürgermeisterin Henriette Reker überstand 2015 ein Attentat. Im Interview spricht sie davon, über die Silvesternacht von Köln und eine dadurch veränderte Debatte über Migration.“

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Populismus: „Das Biest in mir“ – Zeit Online

„Der ehemalige CSU-Politiker Peter Gauweiler nennt sich selbst einen Populisten. Also haben wir ihn gefragt: Was ist Populismus, und wie weit darf er gehen?“

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Weihnachten mit SYRIZA – Internationale Politik und Gesellschaft

„So richtet sich Tsipras in seiner vorweihnachtlichen Barmherzigkeit kaum an diejenigen, die im Laufe der Krise ihre Lebensgrundlagen fast vollständig verloren haben. Er bedenkt mit den Rentnerinnen und Rentnern vielmehr den Teil der Bevölkerung, der sich durch drei Merkmale auszeichnet. Erstens sind sie im Zuge des demographischen Wandels die größte Bevölkerungsgruppe in Griechenland. Zweitens sind sie gut organisiert und lautstark mit Protesten im öffentlichen Raum präsent. Drittens sind sie die Gruppe, die (auch in Griechenland) am konsequentesten an Wahlen teilnimmt und ihre Stimme abgibt.“

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