Presseschau KW 03

++ Dieses Massaker Amerikas endet hier und jetzt ++ AfD macht „geplante Provokationen“ zur Medienstrategie ++ Bedürfnis nach exzessiver Bewunderung ++ Höcke, Augstein und das „Denkmal der Schande“ ++ Etliche Medien meldeten fälschlicherweise NPD-Verbot ++ Kritik an Intellektuellen ++ Verantwortungsloses Träumen vom alten Commonwealth ++ Die neuen Welterklärer ++ Mein Jahr mit dem Terror ++ Große Männer führen irgendwann große Kriege ++ Tyranneien von rechts und von links ++ Die Realität ist nicht konsenspflichtig ++ „Fake News“ und der blinde Fleck der Medien ++ Ich strotze vor Einfällen ++ Alles Zufall? ++ Eine andere Afrika-Politik wäre die grösste Hilfe ++ Ihm verdankt Trump seine Macht ++ Das Gespenst des Populismus ++ Die Volksverhetzer, das sind unsere eigentlichen Gegner ++ Vom Proletariat zum Pöbel: Das neue reaktionäre Subjekt ++ Was Reinhard Marx über Karl Marx denkt ++ Ich lies Rosa Luxemburg richten ++

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Trump-Rede im Wortlaut: „Dieses Massaker Amerikas endet hier und jetzt“ – Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Jetzt blicken wir nur in die Zukunft. Wir sind heute hier zusammengekommen, um ein neues Dekret zu erlassen, das man in jeder Stadt, in jeder ausländischen Hauptstadt und in jedem Machtzentrum hören soll. Vom heutigen Tag an wird eine neue Vision unser Land regieren. Vom heutigen Tag an wird es nur noch Amerika zuerst heißen, Amerika zuerst.“

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Bundestagswahlkampf: AfD macht „geplante Provokationen“ zur Medienstrategie – Der Tagesspiegel

„Eine Medienstrategie für das Wahljahr 2017 hatte die Partei verabschiedet. Sie will demnach ‚ganz bewusst und ganz gezielt immer wieder politisch inkorrekt sein‘ und auch ‚vor sorgfältig geplanten Provokationen nicht zurückschrecken‘, wie es in der dem Tagesspiegel vorliegenden und als ‚vertraulich‘ gekennzeichneten Vorlage heißt. Diese zentralen Formulierungen finden sich auch in dem endgültigen Beschluss.“

Die Wahlkampfstrategie der AfD: Alles nur geklaut – Carta

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Donald Trump: „Bedürfnis nach exzessiver Bewunderung“ – Internationale Politik und Gesellschaft

„Die hier geschilderten Mechanismen liegen nicht im Bereich der üblichen Intelligenz im Sinne einer Fähigkeit zum rationalen Denken. Die narzisstischen Mechanismen sind dem rationalen Denken nebengelagert und können im problematischeren Fall das rationale Denken vollständig übertrumpfen.“

Amerika schafft sich ab – Zeit Online

Populismus als Politik – Telepolis

Wie Marx das Phänomen Trump erklären würde – Deutschlandradio Kultur

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Erinnerungskultur: Höcke, Augstein und das „Denkmal der Schande“ – Übermedien

„Eine so verräterische Rede wie die von Höcke in Dresden darf man nicht ignorieren. Empörung darüber ist nicht nur eine berechtigte, sondern auch eine notwendige Reaktion. Sie darf aber nicht reflexhaft sein; sie muss reflektiert sein. Und dazu gehört auch, sich damit auseinanderzusetzen, welche skandalösen oder skandalös klingenden Sätze Höckes in einer Tradition stehen, die leider nicht auf Rechtsradikale beschränkt ist, sondern auch unsägliche Aussagen von honorigen Leuten wie Rudolf Augstein umfasst.“

Vollständiges Transkript der Rede von Björn Höcke

Interview mit Moritz Hoffmann: Herr Höcke und die Fakten – puls

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Etliche Medien meldeten fälschlicherweise NPD-Verbot – DWDL

„Die NPD wird nicht verboten, das hat das Bundesverfassungsgericht entschieden. Viele Medien warteten das Urteil aber nicht ab und eilten fälschlicherweise die Meldung, dass die Partei doch verboten werde. Es ist ein Lehrstück in Sachen Online-Journalismus…“

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Kritik an Intellektuellen: Was heisst denken? – Neue Züricher Zeitung

„Eine besondere Pointe besteht dabei darin, dass eine Elite, die versagt, aufhört, eine Elite zu sein. Denn der Anspruch auf Macht und Privilegien kann ja nur dadurch gerechtfertigt werden, dass es sich um eine Auslese der Besten und Fähigsten handelt. Scheitern diese, waren sie wohl nicht gut genug. […] Sie diagnostizierten aufgrund der Globalisierung tiefgreifende soziale Spannungen, die zur Aushöhlung der Demokratie und zu einer autoritären Versuchung als einziger Alternative führen könnten. Tatsächlich wurden diese Überlegungen ignoriert, man begnügte sich damit, die von dieser Dynamik negativ Betroffenen als Globalisierungsverlierer, Abgehängte und Bildungsferne ihrem Schicksal zu überlassen und sich anderen Fragen zuzuwenden, etwa denen einer korrekten Gender- und Minderheitenpolitik am Campus.“

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EU-Austritt: Verantwortungsloses Träumen vom alten Commonwealth – Zeit Online

„Mit dem Brexit kehren in Großbritannien imperiale Träume zurück. Sie haben mit der Realität des Jahres 2017 nichts zu tun, schaden aber dem Land und der ganzen Welt. Ein Gastbeitrag von Colin Crouch. […] Zur Zeit des Empires waren die Kolonien stets den Interessen der britischen Wirtschaft untergeordnet. Das kann nie wieder zurückkehren, die alten Kolonien sind heute unabhängige Staaten. Diese werden gern Handelsverträge mit Großbritannien schließen, doch was für Abkommen dürfen wir von ihnen erwarten, wenn wir allein stehen und sie für eine Rückkehr in das Welthandelssystem dringend brauchen? Vor diesem Hintergrund wird die Versuchung einer engen Verbindung zu Donald Trumps Vereinigten Staaten sehr groß. Wird Theresa May ihr widerstehen können?“

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Die neuen Welterklärer – TagesAnzeiger

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, heisst es. Und eine Grafik mehr als tausend Zahlen. Über den Siegeszug der Infografik in einer immer unübersichtlicheren Welt.“

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Islamischer Staat: Mein Jahr mit dem Terror – Zeit Online

„Sind die Täter raffinierter als wir? Was man beim Teetrinken mit Dschihadisten darüber erfahren kann.“

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Große Männer führen irgendwann große Kriege – Welt

„Die Pax Americana erodiert. Europa wird nicht die Kraft haben, sich militärisch aufzurüsten. So wie Japan auch. Über Trump freuen sich China und Russland. […] Das wird in den nächsten paar Jahren vielleicht nicht zu einer Katastrophe führen. Russland und China werden wohl eher langsam und Schritt für Schritt die Grenzen ihrer Macht austesten: heute die Ukraine, morgen vielleicht das Baltikum; jetzt das Südchinesische Meer, später Taiwan. Man wird die Dinge forcieren und vorantreiben, bis es eines Tages zu viel sein wird. Dann könnte alles passieren. Große Mächte stolpern oft in große Kriege. Das ist zu Jahresbeginn zwar kein Grund zur Verzweiflung, aber auch kein Grund zu Optimismus.“

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Politische Philosophie: „Tyranneien von rechts und von links“ – Zeit Online

„Isaiah Berlin glaubte nicht an eine ideale Welt. Eine vollkommene Gesellschaft hielt er für einen Traum; hier folgte er Kants ernüchternder Einsicht: ‚Aus so krummem Holze, als woraus der Mensch gemacht ist, kann nichts ganz Gerades gezimmert werden.‘ […] Es gibt keine letzte Lösung für alle Übel, befand er. Und er ging noch weiter: ‚Die Suche nach Vollkommenheit‘, meinte er, ’scheint immer die Gefahr des Blutvergießens in sich zu bergen.'“

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Was tun gegen „Fake-News“? Die Realität ist nicht konsenspflichtig – Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Das Problem ist im Fall der Fake-News nicht ihre Produktion, sondern die Empfänglichkeit für sie. Zu vermuten, sie beruhe darauf, dass den Leuten einfach niemand die richtige, die echt wirkliche, die ganz und gar nachrecherchierte Arbeitslosenziffer mitgeteilt hat, unterschätzt die Situation. Es unterschätzt die Bereitschaft vieler zu einer Art säkularem Fundamentalismus: ‚So sehen wir das eben, das ist unsere Identität, und dass ihr und eure Medien, eure Forscher, eure Politiker es anders seht, das haben wir uns schon gedacht.‘ Realität wird, wie Niklas Luhmann in seinem Buch über die Massenmedien einst formuliert hat, ohnehin nicht als konsenspflichtig erlebt. Daran werden Kommissionen und Projekte nichts ändern. Niemand kann dazu gezwungen werden, den Irrtum seiner selbstverfertigten Projektionen einzusehen, außer, vielleicht, durch deren Scheitern.“

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„Fake News“ und der blinde Fleck der Medien – Übermedien

„Wenn die etablierten Medien diesen Kampf nicht als einen Kampf gegen Desinformationen aller Art führen, sondern als einen Kampf Wir gegen Die; wenn sie den Eindruck erwecken, dass sich Kollegen untereinander nicht wehtun, aber keine Hemmungen gegenüber dubiosen amerikanischen Seiten, Anti-Mainstream-Medien und Einzelpersonen im Netz haben; wenn es scheint, als sei das Haupt-Problem von ‚Fake News‘ womöglich gar nicht der Inhalt, sondern der Absender – dann haben sie keine Chance, diesen Kampf zu gewinnen.“

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Max Goldt: „Ich strotze vor Einfällen“ – Zeit Online

„Aber seit langer Zeit hat Max Goldt Angst, sie aufzuschreiben. Warum? Ein Gespräch mit dem sanften Satiriker über Schreibblockaden, dumme Journalisten, alberne Benimmregeln, die lächerlichen ‚Unworte des Jahres‘ und andere Torheiten der Gegenwart.“

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Unberechenbarkeit: Alles Zufall? – Zeit Online

„Zwölf Menschen sterben bei einem Terroranschlag. Warum gerade sie? Eine Frau findet die große Liebe. Warum gerade jetzt? Ein Mann wird vom Blitz getroffen – und überlebt. Warum gerade er? Ein Essay über die Macht des Unberechenbaren.“

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Entwicklungshilfe Afrika: „Eine andere Afrika-Politik wäre die grösste Hilfe“ – Neue Züricher Zeitung

„Ich wünschte, dass die Afrikaner sich beim Schopf packen und aus ihrer Misere herausholen. Aber das können sie nicht, solange Europa die afrikanischen Diktatoren stützt. Die europäischen Länder brauchen Afrika zur Deckung ihres Bedarfs an Rohstoffen. Sie arbeiten deshalb mit den afrikanischen Diktatoren zusammen. Man kann immer wieder fordern, was die Afrikaner alles machen müssten. Gelingen wird das erst, wenn auch auf politischem Gebiet partnerschaftliche Hilfe geleistet wird und die Europäer endlich die Werte, die sie für sich in Anspruch nehmen, in ihrer Aussenpolitik umsetzen.“

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Barack Obama: Ihm verdankt Trump seine Macht – Zeit Online

„Kein US-Präsident hat seine Befugnisse so ausgebaut wie Barack Obama, um die Blockade der Republikaner zu überwinden. Er hinterlässt Donald Trump ein gefährliches Erbe.“

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Das Gespenst des Populismus – junge Welt

„Der Kapitalismus zerstört das Bekannte und Traditionelle. Viele Menschen erfahren das als existentielle Verunsicherung. Die Linke darf das Leiden am Fortschritt nicht den Rechten überlassen, sondern muss Wege finden, gesellschaftliche Ängste nach links zu wenden.“

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Wahlkampfjahr 2017: „Die Volksverhetzer, das sind unsere eigentlichen Gegner“ – Deutschlandfunk

„Er habe keine Lust mit anzusehen, wie die AfD ‚zum Zünglein an der Waage‘ werde, sagte der SPD-Vorsitzende und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel im DLF mit Blick auf das Wahljahr 2017. Er wolle die liberale und soziale Demokratie verteidigen. Dabei sehe er Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Digitales als vorrangig an.“

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Vom Proletariat zum Pöbel: Das neue reaktionäre Subjekt – Blätter für deutsche und internationale Politik

„Gewiss, es waren keineswegs nur Mitglieder der US-amerikanischen weißen Arbeiterklasse, die Donald Trump an die Macht gebracht haben. Und doch waren es auch und nicht zuletzt eben jene Arbeiter und Arbeitslosen – und genau hier liegt das eigentliche Erschrecken für die Linke: Mit Trumps historischem Erfolg und dem jedenfalls nicht völlig chancenlosen Vorhaben Marine Le Pens, französische Präsidentin zu werden, wird deutlich, dass wesentliche Teile nicht nur der industriellen Arbeiterschaft ihr Heil heute nicht mehr in sozialistischen oder sozialdemokratischen Parteien suchen, sondern eben in rechten, sprich: in abgeschotteten Nationalstaaten, in Fremdenfeindlichkeit und Protektionismus.“

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Was Reinhard Marx über Karl Marx denkt – The European

„Und deshalb werden es manche Marxisten, die sich als Ihre legitimen Erben wähnen, sicher als eine Art ‚Majestätsbeleidigung‘ empfinden, dass ich, ein katholischer Bischof, Ihnen diesen Brief schreibe. Ich tue es trotzdem. Zum einen, weil ich glaube, dass Sie nach Ihrem Tod einsehen mussten, dass Sie sich mit Ihrer Behauptung der Nicht-Existenz Gottes geirrt haben, und dass Sie deshalb gegenüber einem Mann der Kirche inzwischen milder gestimmt sind. Zum anderen, weil ja überliefert ist, dass Sie selbst kurz vor Ihrem Tod einmal gesagt haben: ‚Ich weiß nur dies: dass ich kein ‚Marxist‘ bin‘ […]. Dann sollte aber auch, so denke ich, die Meinung einiger kleinlicher Genossen einem fruchtbaren Gespräch zwischen uns beiden nicht im Wege stehen.“

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(Aus dem Archiv) – „Ich lies Rosa Luxemburg richten“ – Der Spiegel (1962)

„SPIEGEL: Herr Pabst, Sie haben am 15. Januar 1919 die Kommunistenführer Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg umbringen lassen… PABST: … richten lassen… SPIEGEL: … richten lassen? PABST: Ja. SPIEGEL: Jedenfalls ist Ihnen dafür jetzt eine amtliche Anerkennung zuteil geworden, der Sie sogar zu Hitlers Zeiten hatten entraten müssen. Das bundesamtliche „Bulletin“ hat die Ermordung Liebknechts und Luxemburgs für standrechtliche Erschießungen ausgegeben und sich Ihre Deutung dieser Tat zu eigen gemacht, daß nämlich Deutschland damals nur so vor dem Kommunismus habe bewahrt werden können.“

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