80er Jahre Gedächtnisschnurrbart tragen und sich dann über die vermeintlich schlechten Rasuren anderer Leute auslassen

„Frau Vorsitzende, Herr Bürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Gäste.

Ein Kommunalpolitiker sitzt im Kreistag, sitzt im Rat der Stadt, ist im Kreis Vorsitzender eines Ausschusses, im Rat führt er eine Fraktion an, ist in seiner Partei sehr engagiert und will auch nächstes Jahr in den Landtag.Zwischenbemerkung: Ämteranhäufung. Wenn man das im Duden nachschaut, findet man dort inzwischen ein Bild von dieser Person.

Also dieser gestresste Multifunktionskommunalpolitiker, der noch dazu Raucher ist, geht nun mit Herzproblemen in ein Krankenhaus. Wer oder was kann dafür jetzt verantwortlich sein? Die Antwort ist so primitiv wie einfach: Angela Merkel. Mit liebevoller Verachtung als Mutti Merkel von ihm beschrieben, gibt er ihr eine Mitschuld an seinem blutenden Herzen.

Ein bischen selbstverliebt ist dieser Kommunalpolitiker auch. Ich kann es mir nicht anders erklären, denn wer selbst einen 80er Gedächtnisschnurrbart trägt und sich dann über die vermeintlichen schlechten Rasuren anderer Leute auslässt…

Nun weiß ich nicht, welche Medikamente es dort im Städtischen Klinikum gibt. Die einen sehen dann weiße Mäuse, die anderen rosa Elefanten, dieser Kommunalpolitiker sieht überall nur schwangere Burkatürken und echauffiert sich darüber.

In seinem Wahn, er wird wahrscheinlich gewankt sein über die Flure des Städtischen Klinikums: Überall nur Türken, so weit das Auge reicht, die ihm nicht ausweichen wollen oder können. Dann, sehr pathetisch, schreibt dieser Kommunalpolitiker, er weiche generell nicht aus, nicht hier, nicht jetzt und überhaupt nicht, denn es sei seine Heimat.

Jetzt im Ernst: Wir alle, die wir hier heute zur Ratssitzung zusammen gekommen sind, wir weichen ebenfalls generell nicht aus, nicht hier, nicht jetzt und überhaupt nicht, denn es ist unsere Heimat und die verteidigen wir gegen rechtsradikale Kommunalpolitiker.“

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Resolution des Rates der Stadt Wolfenbüttel gegen fremdenfeindliche Äußerungen von Ratsmitgliedern

Wir, die Mitglieder des Rates der Stadt Wolfenbüttel lehnen Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus entschieden ab. Die Mitglieder des Rates der Stadt Wolfenbüttel stehen für Freiheit, Toleranz, friedliches Miteinander, Solidarität und Demokratie. Wir missachten es zutiefst, wenn insbesondere durch einzelne Mitglieder dieses Gremiums, diese Werte durch gesprochene Worte oder geschriebene Texte mit Füßen getreten werden.

Eine latente öffentliche Duldung rassistischer Einstellungen, egal von welcher Person, Partei oder Gruppierung getätigt, wird vom Rat der Stadt Wolfenbüttel nicht akzeptiert und auch nicht toleriert. Denn sonst hätte die Demokratie in unserer Gesellschaft versagt.

Darüber hinaus rufen wir alle Wolfenbüttelerinnen und Wolfenbütteler auf, Position zu beziehen und mit uns aufzustehen gegen Fremdenfeindlichkeit. Wir haben aus der Geschichte gelernt, dass unsere Demokratie Angreifern gegenüber wehrhaft sein muss. Und das schon bei ersten Anfängen von Fehlentwicklungen.

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Meine kurze Rede kann man hier nachhören. Den Beitrag des besagten Kommunalpolitikers kann man hier nachlesen.

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3 Responses to 80er Jahre Gedächtnisschnurrbart tragen und sich dann über die vermeintlich schlechten Rasuren anderer Leute auslassen

  1. […] habe ich gelesen, dass Klaus-Dieter Heid am Samstag angegriffen und verletzt wurde. Gewalt ist abzulehnen und selbstverständlich kein […]

  2. Alice Merkel sagt:

    Ist denn der politische Gewaltverbrecher ,der den „Herrn“ Heid aus der extremen Rechten Ecke von WF, so brutal angegangen ist,eigentlich schon gefasst und dingfest hinter schloss und Riegel gebracht worden??

  3. Darüber habe ich keine Informationen, weiß ich nicht.

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