Presseschau KW 15/18

++ Die Lehrer müssen auch Ali erreichen ++ Die Welt wird immer besser ++ Im Rausch der moralischen Askese ++ Schmeißt Deutschland aus dem Euro ++ Dann wählen wir uns ein anderes Volk… ++ Die hiesige Islam-Verharmlosung ist blanker Rassismus ++ Mein erster Gedanke war: ein durchgeknallter Islamist ++ Die AfD und die Reformation des Konservatismus ++ Messerangst in Mitteleuropa ++ Was ist an den Schulen los? ++ Der deutsche Staat kapituliert vor dem Islam ++ Wenn Europa so weitermacht, wird es zu Eurabia ++

***

Ahmad Mansour: „Die Lehrer müssen auch Ali erreichen“ – Zeit-Online

„Das sind keine Einzelfälle mehr. Derartiges passiert immer und immer wieder. Seit Jahren. Da wird ein Rabbiner verprügelt, ein jüdischer Schüler von der Schule gemobbt. Die Intensität ist unterschiedlich, es ist etwas anderes, ob „Jude“ auf dem Pausenhof als Schimpfwort benutzt wird oder ob jemand mit dem Tod bedroht wird. Aber: Wir haben ein wachsendes Problem mit muslimischem Antisemitismus. […] Wir erleben in Deutschland seit rund zehn Jahren einen Radikalisierungsprozess bei vielen muslimischen Jugendlichen. Islamisten und Salafisten haben erfolgreich unter denen Propaganda betrieben, die nach Halt suchen. Da gehört Antisemitismus zum Programm. Eine Ursache sehe ich im Erziehungsstil vieler Eltern: Aus Angst, in Deutschland ihre Identität zu verlieren, verhalten sie sich abwertend gegenüber anderen Lebensstilen. Das äußert sich dann nicht nur in Antisemitismus, sondern kann auch Muslime treffen, die im Ramadan nicht fasten, oder Frauen, die kein Kopftuch tragen. […] Man kann nicht pauschal sagen: Die Flüchtlinge bringen einen neuen Antisemitismus ins Land. Aber man muss auch sehen: Viele sind in Ländern sozialisiert worden, in denen Antisemitismus zur Tagesordnung gehört. Im syrischen Fernsehen gehört er quasi zum Programm, in den Nachrichten, in den Serien. Viele Jugendliche bringen entsprechende Einstellungen mit, die lassen sie nicht an der Grenze zurück. Denen müssen wir früh vermitteln, dass Antisemitismus in Deutschland nicht toleriert wird.“

***

Hans Rosling: Die Welt wird immer besser – Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Hilfreich bei dem Bemühen, den Instinkt der Negativität unter Kontrolle zu bekommen, kann es auch sein, wenn man grundsätzlich mit schlechten Nachrichten rechnet. Erinnern Sie sich, dass die Medien und politische Aktivisten stets durch Dramatisierung Ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen versuchen. Denken Sie daran, dass negative Geschichten wesentlich dramatischer klingen als neutrale oder positive. Erinnern Sie sich, wie einfach es ist, einen kurzfristigen Rückschlag aus dem Kontext einer langfristigen Verbesserung herauszulösen und eine Krisenerzählung zu konstruieren. Denken Sie daran, dass wir in einer vernetzten und transparenten Welt leben, in der über Not und Leid umfassender berichtet wird als jemals zuvor. […] Bedenken Sie stets, dass die positiven Veränderungen wahrscheinlich häufiger vorkommen, aber nicht bis zu Ihnen durchdringen. Sie müssen sie selbst aufspüren. Diese Gedanken sollen Sie mit einem Grundschutz ausstatten, der es Ihnen und Ihren Kindern ermöglicht, die Nachrichten anzuschauen, ohne sich ständig in eine Weltuntergangsstimmung hineintreiben zu lassen. Zensieren Sie die Geschichte nicht: Wenn wir an einer rosarot gefärbten Version der Geschichte festhalten, berauben wir uns selbst und unsere Kinder der Wahrheit. Die Informationen über die schreckliche Vergangenheit erzeugen Angst, aber das ist eine wichtige Ressource. Sie kann uns dabei helfen, wertzuschätzen, was wir heute haben, und uns die Hoffnung verleihen, dass künftige Generationen, ebenso wie die vorhergehenden, die Rückschläge überwinden und auf dem langfristigen Weg zu Frieden und Wohlstand und zur Lösung unserer globalen Probleme weiter voranschreiten werden.“

***

Von Verboten und Genuss: Im Rausch der moralischen Askese – Deutschlandfunk Kultur

„Wie sich das heute bei uns zeigen könnte? Zum Beispiel so: Nachdem das Nikotin erledigt ist, wird der nächsten ‚Droge‘ der Kampf angesagt. Für die eher Konservativen kommen in Frage: Kokain, Cannabis und Sex. Für die eher Alternativen: Fleisch-Burger, Autos und Macht. Immateriell bekämpfen ‚Rechte‘ zusätzlich noch die Wertevergessenheit, und ‚Linke‘ den ungerechten und unsensiblen Gebrauch der Sprache. Radikal Aufgeklärte erkennen bereits im Kirchenbesuch einen Opiatmissbrauch, manch frommer Freikirchler dagegen im Besuch von Fitness-Studios eine ungesunde Fixierung auf den eigenen Körper. Gemeinsam kämpfen sie alle aber immer öfter gegen Alkohol, Cholesterin, Internetsucht und Herzinfarkte. Zivilisation lebt ganz sicher vom maßvollen Ausbalancieren von Genuss und Zurückhaltung. Wo jedoch Askese zum Exzess wird, da entwickelt sich krankhafte Kontrollsucht – und die Verhältnisse werden nicht friedlicher, sondern gewalttätiger. Freilich: Was Freud die ‚unabschließbaren Zwangshandlungen‘ der monotheistischen Religionen nannte, ist kein Alleinstellungsmerkmal der Religion. Es erscheint überall da, wo Leute sich und anderen den gesunden Wechsel von Spannung und Entspannung nicht mehr zutrauen und nicht mehr gönnen.“

***

Hartmut Elsenhans: „Schmeißt Deutschland aus dem Euro“ – Internationale Politik und Gesellschaft

„Wenn das so weiter geht, besteht die Gefahr, dass unsere europäischen Nachbarn die Geduld verlieren und Deutschland bitten, den Club zu verlassen, so wie früher die Musterschüler eine Klasse überspringen mussten. Damit es nicht so weit kommt, muss sich nicht nur die Austeritätspolitik ändern, sondern in Deutschland müssten endlich die Löhne deutlich steigen. Den deutschen Sozialdemokraten bietet das die Chance, sich aus der babylonischen Gefangenschaft neoliberalen Denkens zu verabschieden und den Kampf für soziale Gerechtigkeit mit der Rettung Europas zu verknüpfen. Viel zu lange wurde den deutschen Arbeitnehmern eingeredet, ihre Löhne seien zu hoch, um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können. […] Unsere Partner in der Eurozone haben in den letzten Jahrzehnten die Löhne um die Produktivitätssteigerung und zwei Prozent Inflation erhöht, wie dies die Europäische Zentralbank (EZB) vorschlägt – Deutschland oft nicht einmal um die Produktivitätssteigerung. Für unsere Partner in der Eurozone bedeutet dies dann Handelsbilanzdefizite. Ihren Regierungen bleibt nur die Möglichkeit, durch Staatsprogramme Arbeitslosigkeit abzumildern. Diese müssen über Schulden finanziert werden. Deutsche Arbeitsplätze sind also auch Folge der Bereitschaft unserer Partner, sich zu verschulden. Die deutsche Austeritätspolitik hat das europäische Projekt massiv gefährdet. Sie hat in den betroffenen Staaten zu massiver Staatsverschuldung, dem Abbau von Arbeitsrechten und sozialen Sicherungssystemen, zu Jugendarbeitslosigkeit geführt, und nicht zuletzt eine populistische Destabilisierung der Politik befeuert. […] Deutschland hat die Länder des südlichen Europas instrumentalisiert und zu einer ausgebeuteten Peripherie gemacht, die der deutschen Exportindustrie zuarbeitet. Es entsteht eine gespaltene EU zwischen hochproduktivem Exportweltmeister und stagnierendem EU-Süden.“

***

„Dann wählen wir uns ein anderes Volk…“ Populisten vs. Elite, Elite vs. Populisten – Merkur

„Das Absehen von den inhaltlichen Positionen und das alleinige Abstellen auf die Ausgrenzungsrhetorik der Populisten mag zunächst den Vorteil haben, den Populismusbegriff aus dem direkten Streit herauszuhalten, bedeutet aber eben auch, dass man es sich erlaubt zu ignorieren, um was es politisch genau geht, wie die Positionen aussehen und warum. Das ist zumindest kompatibel mit der in dieser Debatte vorherrschenden Haltung, dass den populistischen Positionen die Unvernunft ohnehin so offensichtlich eingeschrieben ist, dass darüber kein weiteres Wort zu verlieren sei – was nichts anderes ist als die Selbstdementierung des pluralistischen Plädoyers, mit dem man zuvor hantiert hatte, um überhaupt erst ein Konzept des Populismus zu gewinnen. Insbesondere vermeidet man es so, grundlegende Verteilungs- und Knappheitsfragen zu thematisieren, etwa Fragen nach den Gewinnern und Verlierern von Weltoffenheit und Mitmenschlichkeit, Fragen, die zu stellen eine (deutsche) Mittelschicht nicht mehr für schicklich hält, auch weil sie mit ihrer lebensweltlichen Realität kaum mehr Berührungspunkte aufweisen. Oder auch Fragen nach der demokratischen Legitimation einer Europäischen Union, gegenüber der sich in Deutschland nun wieder exakt jenes Biedermeier durchzusetzen scheint, das man im Kaiserreich schon einmal eingeübt hatte: Man verzichtet ganz freudig auf politische Teilhabe und unterwirft sich einer demokratisch nicht hinreichend legitimierten europäischen Techno- und Juridokratie, solange die nur für die Aufrechterhaltung einer funktionierenden Marktordnung sorgt. Von der profitieren aber nicht alle gleichermaßen, so dass der Saldo aus politischem Verlust und ökonomischem Gewinn möglicherweise nicht alle derart nonchalant auf das manifeste europäische Demokratiedefizit schauen lässt? Zumindest scheint die Beobachtung nicht völlig irrelevant, und das ist jetzt überhaupt nicht zynisch gemeint, dass emphatische Bekenntnisse etwa zu maximaler kosmopolitischer Moral stabil mit gewissen sozioökonomischen Eigenschaften derer korrelieren, die das vorzugsweise vertreten, also etwa selten von Leuten kommen, die der Lohnkonkurrenz in niedrigproduktiven Dienstleistungsberufen ausgesetzt sind.“

***

Die hiesige Islam-Verharmlosung ist blanker Rassismus – Jüdische Rundschau

„Der Schleier fällt auf den Boden. Nicht nur das Gesicht einer langhaarigen, jungen Frau ist zu sehen, sondern auch ihr goldbestickter Büstenhalter, ihr Bauchnabel, der ein Eigenleben zu führen scheint, ein glitzernder Rock, nackte Füße. Auch ein Mann steht auf der Bühne. Er besingt ihre Schönheit und seine Liebe zu ihr. Raqs Sharqi. Der klassisch orientalische Tanz der arabischen Welt stammt aus Ägypten und hat über verschiedene Modernisierungen auch den Weg in die Nachtclubs von Damaskus, Beirut und Istanbul als Begleitung zu alkoholischen Getränken erreicht. Heute ist in der Türkei ein gesalzenes Joghurt-Wasser-Gemisch Nationalgetränk, das es strafbewährt nicht zu beleidigen gilt. Ortswechsel. Eine urbane Szene aus einer alten Fotographie, archiviert in der Bibliothèque nationale de France. Es zeigt drei junge, lachende Frauen allein auf der Straße. Sie tragen Minirock und hohe Schuhe zu ihrem offenen Haar. Afghanistan 1972, vor Taliban und Scharia. Auch aus dem Maghreb, dem Iran oder Pakistan gibt es alte Bilder aus einer säkularen, freien Welt. Frauen, die studierten, geschlechtergemischte Gruppen junger Menschen auf offener Straße, Familienfotos in Badehose und Bikini. Bilder, die zum Beispiel stolze Sportlerinnen einer nationalen Basketballmannschaft oder Krankenschwestern in adretter Uniform zeigen. Beim Betrachten solcher Bilder drängt sich vor allem eine Frage auf: Wie weit wären die Gesellschaften des Orients, wenn nicht die Freiheit des Individuums durch die Scharia, die Gesellschafts- und Rechtsordnung des Islam, ersetzt worden wäre? Ein italienisch angehauchtes Libyen, ein spanisch-orientalisches Marokko oder ein nach skandinavischem Muster gestrickter, frauenfreundlicher Irak?“

***

Armin Nassehi: Amokfahrt in Münster – Mein erster Gedanke war: ein durchgeknallter Islamist – Der Tagesspiegel

„Am Samstag kam es in Münster zu einem ‚Zwischenfall‘, wie man so sagt. Ich saß zu der Zeit in einem Restaurant in München-Neuhausen, draußen in der Sonne, habe um 15.50 Uhr auf mein iPhone geschaut, um die Bundesliga-Zwischenstände abzurufen und nahm nicht ohne eine gewisse Genugtuung zur Kenntnis, dass der FC Bayern zurücklag (1:0 in Augsburg, am Ende stand es dann 1:4, sechste Meisterschaft in Folge). Während ich das las, kam die erste Meldung über ein News-Banner, dass es in Münster einen Anschlag gegeben habe, vor einem Restaurant, das ich gut kenne. Ich habe in den 1980er- bis Mitte der 1990er-Jahre in Münster gelebt. Die Nachrichtenlage war noch unklar, man wusste nichts, auf Twitter gingen die Spekulationen los, die Leute spielten ihre mehr oder weniger hässlichen Rollen, und die Befürchtungen nahmen ihren Lauf. Mein erster Gedanke war natürlich, dass wieder ein durchgeknallter Islamist tätig geworden ist, in der vielleicht unschuldigsten Stadt, die man sich vorstellen kann. Einfache Gemüter, die moralisch gestählten wahrscheinlich am deutlichsten, meinen sicher, dass man sich seine Gedanken vornehmen kann. Aber sie kommen. Es gibt dazu abstrakte Theorien wie Husserls Phänomenologie oder auch manches aus dem Poststrukturalismus oder systemtheoretische Modelle, die zeigen können, dass operative Einheiten, also auch Bewusstseine, nur in ihrem eigenen Modus arbeiten können, sich also ihre nächste Aktion gar nicht wirklich vornehmen können, weil sie dafür wiederum eine Operation vornehmen müssen. Nicht umsonst sprechen wir von Re-Flexion. Ich kann nicht denken, was ich gleich denken will, ohne es zu denken. Und ich kann es erst bedenken, wenn ich es schon gedacht habe. Sieht man genau hin, man nennt das dann Reflexion oder Beobachtung zweiter Ordnung oder ähnlich, kann man (verschoben, im Nachhinein) sehen, dass man nicht sehen konnte, was gleich gedacht wird.“

***

Die AfD und die Reformation des Konservatismus – Salonkolumnisten

„Das alles sind günstige Bedingungen für neue populistische Protestparteien und ein weiterer Grund für ihren Erfolg. Wie lange die AfD als solche davon profitieren kann, ist unklar. Sie hat ja letztlich nichts vorzuweisen außer Parolen und Provokationen. Oder? Man sollte es auf den Test nicht ankommen lassen. Selbst ohne Regierungsbeteiligung sieht man schon an den Kulturkampfinszenierungen, dass die Rechtsextremen entschlossen sind, das Land in ihrer Weise umzuformen. Die hartbeinigen Rechten unter den Wählern wird man auch nicht mehr zurückbekommen, nur die frei flottierenden Protestwähler. Und vielleicht die nationalkonservativen. Die Rechtsextremen wollen die autoritäre Revolte. Ihre Kompromisslosigkeit könnte ihnen vielleicht zum Schaden gereichen. Denn eine strikt rechtsextreme bzw. rechtsradikale AfD wäre ohne Aussichten auf relevante Stimmenanteile. Das weiß sie auch, und das zwingt sie zum Kompromiss zwischen den Flügeln und zu einem moderaten Ton. Auf den Zerfall der AfD von innen heraus zu spekulieren, ist eine eher unsichere Wette. Die CDU/CSU versucht sich daher in einer Reformation des Konservatismus. Nur war die CDU zunächst eine Wirtschafts- und Wohlstandspartei. Hinzu kam ein Strukturkonservatismus, der ihr – das wird oft übersehen – als letzte Partei den Nimbus einer Volkspartei gelassen hat. Aber dieser Konservatismus fußte auf den Vorstellungen eines starken Staates mit einem funktionierenden Rechtssystem und einer Exekutive, die den Hoheitsaufgaben im vollen Umfang gerecht wird. Doch genau dieser Staat ist unter Führung der CDU/CSU wegen falscher Einschätzungen über die Herausforderungen der Zukunft und wegen der bedenkenlosen Umsetzung neoliberaler Imperative in den letzten Jahren abgebaut worden. Die Infrastruktur des Landes wirkt nicht nur bei der Inneren und Äußeren Sicherheit an vielen Orten ‚runtergerockt‘. In einem der reichsten Länder der Welt hat sich deshalb eine Unzufriedenheit und eine Vertrauenskrise entwickelt. Man kann darüber diskutieren, ob sie angemessen ist; man kann aber nicht darüber hinwegschauen, dass sie existiert.“

***

Thomas Fischer: Messerangst in Mitteleuropa – oder: Warum die Kriminalstatistik nur dann nützlich ist, wenn man sie versteht – Meedia

„Damit sind wir nun endlich beim Thema gelandet: der Angst. Deutschland hat schon wieder Angst, diesmal vor Messern. Es geht die ‚Messerangst‘ um. Das weiß man, weil Bild es uns am 18. März in einem großen, blutroten Messerangst-Report berichtet hat. Seither ziehen die Messer eine Spur der Verwüstung durch die Intensivstationen und durchs deutsche Gemüt, und man wundert sich, in wie vielen Kleinstädten doch tatsächlich schon wieder ein Messer entdeckt wurde, von dem man vorher noch nie etwas hörte oder las. Ich prophezeie, dass diese Angst demnächst im Mahlstrom der jährlich etwa 140.000 angezeigten gefährlichen Körperverletzungen verschwinden wird, zusammen mit den Quarzhandschuhen, den Totschlägern, den Stahlruten, Schlagringen, Pfeffersprays, Schraubendrehern, Baseballkeulen und dem festen Schuhwerk. Das sind lauter ‚gefährliche Werkzeuge‘ im Sinne von Paragraf 224 Abs. 1 Nr. 2 StGB, deren Verwendung eine ‚einfache‘ (jährlich 500.000) zur einer ‚gefährlichen‘ Körperverletzung macht. Noch 72 Tage bis zum Anstoß im Luschniki-Stadion! Bela Rethy übt sicher schon fleißig das kurze Bellen saudiarabischer Namen. Vorerst haben wir also noch Zeit für etwas Messer-Angst. 99,9 Prozent der Bevölkerung kennen die Attacken nur vom fernen Hörensagen, aber Bild offenbart das Ergebnis einer wie auch immer hergestellten ‚Studie‘, wonach 50 Prozent der Deutschen das Risiko ‚junger Menschen, Opfer einer Messerattacke zu werden‘, als ‚hoch‘ (38) oder ’sehr hoch‘ (12) einschätzen. Nicht schlecht! Wir haben ja inzwischen eine breite ‚Bewegung‘, die stolz darauf ist, sich um objektive Daten erst gar nicht mehr zu kümmern, weil alles, was dem eigenen Gefühl widerspricht, angeblich gefälscht ist von einer großen Verschwörung des so genannten ‚Mainstream‘. Solche Leute ‚wissen‘ einfach mit Hilfe ihres Gefühls, dass es die Gewaltdelinquenz Menschen in Zwickau, Gelsenkirchen oder Bad Tölz praktisch unmöglich macht, abends auf die Straße zu gehen. Sie lesen nun, dass 50 Prozent von allen meinen, man müsse sich fürchten, und möchten gern dazugehören.“

Immer mehr Messerattacken – Gefühlte Wahrnehmung oder verdrängtes Problem? – Kontraste

„Kandel, Lünen, Flensburg – kaum ein Tag vergeht ohne eine neue Meldung über brutale Messerattacken. Doch offizielle Statistiken zu den Übergriffen mit Stichwaffen gibt es bislang kaum. Auf Anfrage von Kontraste haben nun viele Bundesländer erstmals Zahlen ermittelt. Das Ergebnis: Seit 2015 werden bei tätlichen Auseinandersetzungen immer häufiger Messer benutzt. Die Täter sind meist junge Männer, mancherorts sind Ausländer bzw. Flüchtlinge klar überrepräsentiert.“

***

Was ist an den Schulen los? – Emma

„Das fragen sich viele nach dem Mobbing einer Siebenjährigen durch muslimische Mitschüler in Berlin. Hier berichtet eine Lehrerin über ihren Alltag. In ihrer Brennpunktschule im Ruhrgebiet unterrichtet sie Jungen, für die Allah der Größte und Darwin des Teufels ist. Und die Schulleitung? Die schweigt.“

***

Bassam Tibi: „Der deutsche Staat kapituliert vor dem Islam“ – Neue Züricher Zeitung

„Die Leute, die hierherkommen, werden nicht integriert. Ich habe als Berater mit Verwaltungsleuten über Integration geredet und war erstaunt. Mit Integration meinen sie: Registrierung, Alimentierung, häusliche Unterbringung, bestenfalls Sprachkurse. Integration heisst aber, dass man eine Bürgeridentität annimmt. Zu einer Heimat gehört Identität. Wenn dieser Faktor ausgeschlossen wird, bleibt nichts. Da steckt aber das deutsche Problem: Es gibt kein Identitätsangebot. […] Die Islam-Konferenz ist ein ‚first-class ticket to nowher‘. Es ist eine Veranstaltung der Unehrlichkeit. Am Anfang war ich selber dabei. Da konnte ich das Fassadenhafte dieser Verbände erleben: In den offiziellen Diskussionen gaben sie sich integrationswillig, verfolgte man dann während der Pausen die Diskussionen der Teilnehmer untereinander, klang es ganz anders. Kennen Sie den Roman «Soumission» von Michel Houellebecq? Die Islam-Konferenz ist deutsche Unterwerfung. Der Staat kapituliert vor dem Islam. Im letzten Jahr haben die muslimischen Verbände durchgesetzt, dass keine individuellen Muslime zugelassen sind. […] Liberale Musliminnen wie Seyran Ates und Necla Kelek wurden rausgeschmissen. Deutschland führt seinen Dialog nur noch mit vier Verbänden, die allesamt aus dem Ausland finanziert werden und islamistisch und schriftgläubig sind. In der Islam-Konferenz geht es nicht um die Integration von Muslimen, sondern um die Minderheitsrechte des organisierten Islams. Über Themen wie Sicherheit und Zuwanderung wollen die Verbände gar nicht reden. […] Ich gebe Ihnen ein Beispiel: In Berlin-Neukölln wollte man durchsetzen, dass muslimische Kinder während des Ramadan nicht fasten. Der Bezirk ging in den Dialog mit dem organisierten Islam. Der bat sich Zeit aus. Irgendwann stieg der türkische Verband Ditib aus den Gesprächen aus. Später präsentierten schiitische Moscheevereine eine Fatwa aus Teheran – und die Sache war vom Tisch. Die Integration in Deutschland hintertreiben nicht nur die Vereine, sondern die Länder, die hinter ihnen stehen: die Türkei, Saudiarabien, Iran und Katar.“

Bassam Tibi: Wenn Europa so weitermacht, wird es zu Eurabia – Basler Zeitung

„Welche Konklusionen lassen sich ziehen aus der obigen Eurabia-Diskussion? Fakt ist, dass der islamische Anteil an der europäischen Bevölkerung unaufhaltsam weiterhin ansteigen wird, ohne dass eine Integration stattfindet. Fakt ist auch, dass die EU keine Politik hat, um mit diesem, ihre Existenz bedrohenden Phänomen umzugehen. Ebenso Fakt ist, dass es sich hier nicht um ein ‚politisches Asyl‘, sondern um eine Völkerwanderung handelt. Die erste Schlussfolgerung lautet, dass Moralisierung bei dieser Problematik nicht weiterführt; sie ist genauso schädlich wie die entgegengesetzte Polarisierung und Islamfeindlichkeit. Europa benötigt eine Politik, die zwei Aufgaben erfüllt: einerseits die stattfindende Völkerwanderung von einer illegalen Migration in eine geordnete Einwanderung zu verwandeln. Zu dieser Regulierung gehören Kontingente und eine zahlenmässige Restriktion der Aufnahmeländer je nach ihren Kapazitäten. Zudem muss jede Einwanderung von einer Integrationspolitik begleitet werden. Andernfalls werden Parallelgesellschaften entstehen, die langfristig dazu beitragen, dass Europa zu einem Eurabia wird. Restriktiv habe ich deshalb in mehreren Artikeln in der Basler Zeitung für die Integration der Muslime als Citoyen, als individuelle Bürger argumentiert und mich gewehrt gegen die Bestimmung von Minderheiten, die Minderheitsrechte haben und sich dann anders verhalten werden, wenn sie die Mehrheit sein werden.“

***

++ Anmerkung zur Presseschau ++

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: