RegionalWolfenbüttel: Fraktionen lehnen Viertel mit jüdischen Straßennamen ab

5. September 2017

Bild: RegionalWolfenbüttel

„Florian Röpke, Vorsitzender der Ratsgruppe LINKE/Piraten im Rat der Stadt Wolfenbüttel: ‚Auf den ersten Blick fanden wir den Vorschlag sehr gut und sind auch sehr dankbar dafür, dass er eingebracht wurde. Wir haben in unserer Ratsgruppe intensiv diskutiert und auch Rücksprache mit Menschen gehalten, die einen jüdischen Familienhintergrund haben. Auch von der Jüdischen Gemeinde in Braunschweig, namentlich von Renate Wagner-Redding, haben wir eine bedenkenswerte Antwort erhalten. Ich selbst habe mit Herrn Kumlehn bereits über den Vorschlag gesprochen und auch seine Meinung ist nachvollziehbar und gut begründet.

Nach Abwägung der verschiedenen Argumente, befürchten wir allerdings, genau wie die jüdische Gemeinde Braunschweigs, dass durch ein gesondertes jüdisches Viertel (‚Judenviertel‘) der Eindruck einer erneuten Ghettoisierung in den Köpfen entsteht. Im Vordergrund müssen, unserer Meinung nach, immer die Verdienste der Namensgeber, nicht ihre jüdische Herkunft, stehen.

Wir werden uns – wenn die Namensgebung ansteht – dafür einsetzen, dass im Baugebiet mindestens eine Straße entsprechend benannt wird. Nach wem, das sollte dann ausführlich diskutiert werden. Dem Vorschlag, das gesamte Baugebiet mit Straßennamen jüdischer Wolfenbütteler zu benennen, werden wir nicht folgen.’“

Quelle: RegionalWolfenbüttel (05.09.2017)

Siehe auch: Verein wünscht sich Stadtviertel mit jüdischen Straßennamen – RegionalWolfenbüttel (31.08.2017)

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Antrag der Gruppe Linke/Piraten: Inhaltliche Ergänzungen und Veränderungen in der Ausstellung des „Bürger Museums“ in der ehemaligen Jahnturnhalle

8. Juni 2017

Beschluss: Der Kulturausschuss bittet die Museumsleitung folgende Veränderungen bzw. Ergänzungen der derzeit laufenden Ausstellung vorzunehmen:

  1. Der Schaukasten in dem der Reisepass der Familie Kirchheimer gemeinsam mit Dokumenten deutscher Ostflüchtlinge/Umsiedler ausgestellt wird, wird aufgelöst. Dokumente zur rassischen Verfolgung im deutschen Faschismus und zur Flucht und Umsiedlung aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten werden getrennt ausgestellt. Die konkrete Ausgestaltung obliegt der Museumsleitung.
  2. Der 1933 ermordete Kommunist und Widerstandskämpfer Fritz Fischer erhält genau wie der deutschnationale Lehrer Walter Schrader eine Tafel mit Bild im selben Bereich. Eine Tafel mit einem kurzen Abriss über Fischers Wirken und Leben wird ebenfalls angebracht. Ein Textvorschlag befindet sich im Anhang.
  3. Im Bereich zu den Vereinen wird eine Informationstafel zu Samuel Spier angebracht, der als Lehrer maßgeblich an der Begründung der deutschen Sozialdemokratie beteiligt war. Informationen zum Leben und Wirken Samuel Spiers finden sich ausführlich auf http://www.wikipedia.de (Artikel: „Samuel Spier“). Dort findet sich ein umfangreiches Quellenverzeichnis.
  4. Der Titel des Teils zu Nachkriegszeit wird geändert. Er lautet künftig „Kontinuitäten und Neuanfänge“.
  5. Das Objekt zur Visualisierung der Konditorenschule Lambrecht wird um den Hinweis ergänzt, dass der Bruder des Schulgründers in den dreißiger Jahren das Café betrieb, in dem der Mord an verschiedenen Widerstandskämpfern aus der Arbeiterbewegung im Juli 1933 geplant wurde. Cafébetreiber Lambrecht war ein glühender Nationalsozialist.

Begründung: Von verschiedenen Mitgliedern des Ausschusses, interessierten Bürgern und politischen Parteien war in den letzten Wochen vermehrt Kritik an bestimmten Inhalten des Bürger Museums zu vernehmen. Grob umrissen ergaben sich dabei zwei Hauptkritikpunkte. Zum einen wurde bemängelt, dass die Geschichte der Arbeiterbewegung, ja überhaupt die Darstellung des Lebens einfacher Menschen, zu kurz komme, zum anderen wurde insbesondere die Darstellung der Zeit des Nationalsozialismus als nicht rundum gelungen empfunden. Dieser Antrag soll ein Beitrag zu einem konstruktiven Umgang mit der Kritik sein und die Funktion des Ausschusses als beratendes Gremium praktisch machen. Alle Maßnahmen sind relativ schnell umsetzbar und erweitern bzw. verbessern an sensiblen Punkten die Ausstellung. Zu den vorgeschlagenen Änderungen im Einzelnen: Den Rest des Beitrags lesen »


LINKE besucht Bürgermuseum: „Die Geschichte dieser Stadt gehört allen Menschen“

29. Mai 2017

Wolfenbüttel. Vertreter des Kreisverbandes der Wolfenbütteler LINKEN haben am vergangenen Mittwoch das neue Wolfenbütteler Bürgermuseum besucht. Nach einer ausführlichen Besichtigung zog die Kreisvorsitzende, Nadja Frick, ein erstes Fazit: „Zunächst muss man festhalten, dass die Ausstellung handwerklich sehr gelungen ist. Effizient und modern sind die Exponate auf dem begrenzten Raum sinnvoll untergebracht, die Gestaltung der Wände fügt sich gut in die Architektur der Halle. Leider gibt es aus unserer Sicht aber bei der inhaltlichen Ausgestaltung eklatante Mängel.“

Bildunterzeile: DIE LINKE vor dem Besuch des Bürgermuseums: André Owczarek, Dieter Wiechenberg, Nadja Frick, Arnfred Stoppok (v.l.n.r.) Foto: privat

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Das Wolfenbütteler Bürgerinfoportal

10. Oktober 2016

Die wichtigste Arbeitsgrundlage und Informationsquelle für Kommunalpolitik in Wolfenbüttel ist das Bürgerinfoportal. Man findet dort alle öffentlichen Termine, Ausschusssitzungen, Tagesordnungen und Vorlagen (inkl. der Anträge). Weil ich das Gefühl habe, dass viel zu wenige Bürgerinnen und Bürger davon Gebrauch machen, möchte ich zumindest auf diesem Weg versuchen es bekannter zu machen.