Unbekannter attackiert AfD-Stadtrat

14. Mai 2017

Eben habe ich gelesen, dass Klaus-Dieter Heid am Samstag angegriffen und verletzt wurde. Gewalt ist abzulehnen und selbstverständlich kein Mittel der politischen Auseinandersetzung. Ich wünsche Herrn Heid gute Genesung.


Dialog statt Abschuss – Röpke trifft Vertreter niedersächsischer Wölfe

22. Februar 2015

Der Kreisvorsitzende der Wolfenbütteler LINKEN, Florian Röpke, ergriff nun in der Debatte um die niedersächsischen Wölfe die Initiative. Er traf sich am Wochenende mit dem Vorsitzenden des Verbandes Niedersächsischer Wölfe (VNW), Isegrim Lupis, um über die Vorwürfe des Landtagsabgeordneten Frank Oesterhelweg gegenüber den niedersächsischen Wölfen zu diskutieren.

Lupis beteuerte im Gespräch, dass das Image seiner Art seit dem Vorfall mit Rotkäppchen und dessen Großmutter zwar sehr gelitten habe, man seitdem aber konsequent um Schadensbegrenzung bemüht sei. So habe man die Rissquoten bei Haus- und Nutztieren auf ein Minimum von 5% reduziert und halte sich in der Regel von Menschen fern. „Wir haben uns rund 100 Jahre lang ganz aus Niedersachsen verabschiedet, um dem Aussöhnungsprozess die Zeit zu geben, die er braucht. Wir denken aber, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Rückkehr ist“, so Lupis weiter.

Röpke betonte, dass seine Partei die Rückkehr der Wölfe begrüße und sie für eine Bereicherung für den niedersächsischen Naturraum halte. Bei Ergreifen der richtigen Maßnahmen durch Nutz- und Haustierhalter und respektvollem Sicherheitsabstand zwischen Wolf und Mensch sei sicher genug Platz und Wild für alle da. „Niemand hat in Niedersachsen Unterernährung durch Nahrungskonkurrenz zu befürchten. Die Jäger werden sicher froh sein, ein wenig von ihrer Arbeit bei der Forstpflege entlastet zu werden“, so Röpke wörtlich.

Abschließend war man sich einig, dass es in der derzeitigen Situation noch verfrüht sei, über Abschussquoten zu diskutieren. „Lassen sie uns doch erst einmal ankommen und ein wenig natürliches Gleichgewicht in die niedersächsischen Wälder bringen“, so Lupis. Der VNW stünde auch den anderen Parteien für konstruktive Gespräche zur Verfügung und bedankte sich für die Einladung. Man habe das Gefühl gehabt, ein gutes Stück weitergekommen zu sein.


AfD Wolfenbüttel und die Multikultiphantasten

16. Februar 2015

Der Fuchs ist schlau und stellt sich dumm, bei der AfD Wolfenbüttel ist es genau anders rum. Tataa! Tataa! Tataa! So ein abgesagter Karnevalsumzug muss sich doch politisch irgendwie ausnutzen lassen, dachten sich wohl die Kameraden der AfD und veröffentlichten auch gleich einen Artikel zum Thema.

In Braunschweig wird seit Wochen erfolgreich gegen BRAGIDA und für eine bunte und tolerante Stadt demonstriert. Gestern nun wurde der Karnevalsumzug wegen einer „konkreten Gefährdung durch einen Anschlag mit islamistischem Hintergrund“ abgesagt. Und jetzt lehnt sich die AfD mal aus dem Fenster und möchte es den „Multikultiphantasten“ so richtig zeigen: „Aber es darf wohl bezweifelt werden, dass nun vom SPD-Bürgermeister Markurth die gleichen Demonstranten der Vorwochen noch einmal zu Tausenden auf die Straße gerufen werden, um wieder für ein freies und buntes Braunschweig zu demonstrieren, allerdings diesmal damit zugleich gegen islamistischen Terror.“

Es hätte wirklich nicht viel Aufwand betrieben werden müssen um sich diese Peinlichkeit zu ersparen, denn die Demonstranten machen seit Wochen genau auch das und werden es auch in Zukunft tun. Ein kurzer Blick in den Aufruf vom Braunschweiger Bündnis gegen Rechts hätte gereicht, dort heißt es: „Wir sagen NEIN […] aber auch zu religösem Fundamentalismus – egal ob er sich christlich, islamisch oder sonst wie nennt!“ Tataa! Tataa! Tataa!


„Aus meiner Sicht“…

10. November 2014
Florian Röpke

Florian Röpke

… und damit blase ich mal in das gleiche Horn wie der Wolfenbütteler CDU-MdL Frank Oesterhelweg im Schaufenster, ist es eine Schande, dass die CDU am 9. November, dem Jahrestag der Reichspogromnacht, gemeinsam mit Rechten der AfD und sogar Neonazis gegen eine rot-rot-grüne Koalition demonstriert hat. Aus reinem Machtkalkül wurde in Erfurt Geschichte instrumentalisiert, das Andenken dieses Gedenktages beschädigt und politisch missbraucht. Und wenn man dann in Erfurt Herrn Ramelow, einem gebürtigen Niedersachsen, auch noch „Bodo, geh heim!“ zuruft, dann hat man offensichtlich mit Mauerfall und Wiedervereinigung nicht wirklich viel im Sinn. Wer das Erbe der Diktatoren so missbraucht und instrumentalisiert, der handelt respekt-, instinkt- und verantwortungslos.


Antifaschismus im Sonderangebot

3. November 2014

Bei ad sinistram schreibt Roberto De Lapuente der bundesrepublikanische Antifaschismus sei nur eine dünne Lackschicht, nur oberflächlich aufgepinselt, nicht verinnerlicht. Insgesamt lesenswert und es fällt daher auch schwer einzelne Teile zu zitieren, ohne gleich den gesamten Text hier her zu holen. Für meine anschließende Ergänzung aber wichtig:

adsinistramMan kann zwar die faschistischen Freunde des Westens nachrichtlich leugnen, aber ein braunes Hemd geht auf keinen Fall. Man kann ohne Imageschaden Kinderarbeit ausbeuten, Rohstoffe plündern und mit Militärdiktaturen paktieren, so wie Procter & Gamble, dem Hersteller von Ariel, aber eine 88 […] führt zur großen Imagekampagne und zu Entschuldigungen. Eine Bluse mit kleinen Zeichen, die wie eine SS-Rune aussehen, ruft den »Antifaschismus« auf den Plan. Aber die Herstellung der Bluse unter Bedingungen, die einem faschistischen Lager entsprechen, kümmert uns schon wieder weniger.

Dieser symbolhafte Antifaschismus, der Hemden, Blusen und Waschmittel-Packungen entschuldigt, aber ansonsten eine flexible Größe bleibt, die ganz nach Lust, Laune und ökonomischen Notwendigkeiten formbar ist, soll die Lehre aus der Geschichte sein? Oder ist es die Leere der Geschichte, die etwas entstehen lässt, das sich Antifaschismus ruft, aber nicht mehr als oberflächliche Aufgebrachtheit ist? […]

Was da so aussieht, als sei es das Resultat von historischer Sensibilisierung, dürfte aber das glatte Gegenteil dessen sein. Dieser optische Antifaschismus, der sich am Design und am Outfit aufgeilt, ist ein Surrogat. Der Ersatz dafür, dass man den inhaltlichen Rechtsruck schon lange akzeptiert hat. Heute ist diese Haltung gegen den Faschismus wie alles nur noch äußerliche Empörungskultur. Kurz angebunden. Schnelllebig. Ohne Tiefgang.

Und diese Form von Antifaschismus ist eben auch – neben Robertos Erläuterungen – einfach sehr billig zu haben. Alles hingegen, was tiefer geht, was die Oberfläche durchdringen will, ist teuer und mit dem Restrisiko verbunden mächtig auf die Schnauze zu fallen, weil jene Formen des nicht oberflächlichen Antifaschismus dann doch nicht erwünscht sind. Oberflächlich ist in Ordnung, mehr kostet extra. Man könnte sogar noch weiter gehen und folgende These aufstellen: Sobald der Antifaschismus beginnt wirklich links zu werden, wird er als Gefahr wahrgenommen, der den geliebten Status quo in Frage stellt. Und dieses Schauspiel wird von Rechten dann zum linken Zeitgeist aufgebläht. Insgesamt kurios.


AfD – Da brat mir einer einen Storch!

27. Oktober 2014
Screenshot via Facebook

Screenshot via Facebook

So ein bischen sprachlos macht mich die Frau von Storch da schon, zugegeben. Es ist aber wohl im Grunde nur ein guter Erklärungsansatz dafür, wie man bei der AfD offensichtlich tickt. Eigentlich muss man ganz leise sein und horchen, ob da überhaupt irgendwas tickt. Fassen wir also diesen Offenbarungseid menschlicher Kleingeistigkeit zusammen: Wenn Pest gegen Cholera demonstriert, oder umgedreht, dann befinden sich trotzdem auf einer Seite immer die Guten. Diese Herangehensweise ist nicht neu und wird von Rechtsabbiegern gerne als Totschlagargument genutzt: Wer z.B. gegen die Todesstrafe ist, der ist im Gegenzug automatisch für die Verbrecher oder deren Verbrechen. Wenn man der Parole „Todesstrafe für Kinderschänder“ nicht folgen möchte, dann ist man in den Augen solcher Leute schnell ein Befürworter der Kinderpornographie. Und das ist leider so absurd wie inzwischen wirkungsvoll, weil auf diesem Niveau natürlich nicht gerne weiter diskutiert wird. Die Redewendung, nach der der Klügere nachgibt, öffnet der Dummheit Tür und Tor.

Nebenbei: Bei Frau von Storch schwingt natürlich auch die Mär vom angeblich linken Zeitgeist mit, einer rechten Wahnvorstellung, die das Denkvermögen erheblich schädigen kann. Im Endstadium wird sogar von einer alle Medien beherrschenden „linksrotgrünen Meinungsdiktatur“ fantasiert. Leider kommt da jegliche Hilfe oft zu spät und man ist dann tatsächlich der Meinung, weil in Köln rechte Hooligans randaliert haben, wäre es nun das linke Gebot der Stunde sich auf die Seite der Salafisten zu stellen.

Trotzdem eine kurze und verständliche Antwort an Frau von Storch: Nein, das müssen Sie nicht.

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Mehr zur so genannten Alternative für Deutschland


Ich habe übrigens den linken Zeitgeist gefunden! (11)

26. Oktober 2014

Linker Zeitgeist ist in Köln aufmarschiert

Der nach Rechten jeglicher Couleur, sowie investigativen Verschwörungstheoretikern in Deutschland herrschende linke Zeitgeist ist gerade zu Besuch in Köln. Dort demonstrierten immerhin ca. 3000 Hooligans gegen Salafisten und ließen sich dies vor Beginn der eigentlichen Demonstration sogar noch von der rechten Hooliganband Kategorie-C versüßen. Bei Facebook haben diese Hooligans, die sich Ho.Ge.Sa. (Hooligans gegen Salafisten) nennen knapp dreißigtausend Fans und rechte und/oder rassistische Parolen sind dort die Regel, nicht die Ausnahme. Man selbst stellt sich allerdings als „unpolitisch“ dar.

Bild: @Korallenherz