Unbekannter attackiert AfD-Stadtrat

14. Mai 2017

Eben habe ich gelesen, dass Klaus-Dieter Heid am Samstag angegriffen und verletzt wurde. Gewalt ist abzulehnen und selbstverständlich kein Mittel der politischen Auseinandersetzung. Ich wünsche Herrn Heid gute Genesung.


AfD Wolfenbüttel und die Multikultiphantasten

16. Februar 2015

Der Fuchs ist schlau und stellt sich dumm, bei der AfD Wolfenbüttel ist es genau anders rum. Tataa! Tataa! Tataa! So ein abgesagter Karnevalsumzug muss sich doch politisch irgendwie ausnutzen lassen, dachten sich wohl die Kameraden der AfD und veröffentlichten auch gleich einen Artikel zum Thema.

In Braunschweig wird seit Wochen erfolgreich gegen BRAGIDA und für eine bunte und tolerante Stadt demonstriert. Gestern nun wurde der Karnevalsumzug wegen einer „konkreten Gefährdung durch einen Anschlag mit islamistischem Hintergrund“ abgesagt. Und jetzt lehnt sich die AfD mal aus dem Fenster und möchte es den „Multikultiphantasten“ so richtig zeigen: „Aber es darf wohl bezweifelt werden, dass nun vom SPD-Bürgermeister Markurth die gleichen Demonstranten der Vorwochen noch einmal zu Tausenden auf die Straße gerufen werden, um wieder für ein freies und buntes Braunschweig zu demonstrieren, allerdings diesmal damit zugleich gegen islamistischen Terror.“

Es hätte wirklich nicht viel Aufwand betrieben werden müssen um sich diese Peinlichkeit zu ersparen, denn die Demonstranten machen seit Wochen genau auch das und werden es auch in Zukunft tun. Ein kurzer Blick in den Aufruf vom Braunschweiger Bündnis gegen Rechts hätte gereicht, dort heißt es: „Wir sagen NEIN […] aber auch zu religösem Fundamentalismus – egal ob er sich christlich, islamisch oder sonst wie nennt!“ Tataa! Tataa! Tataa!


„Aus meiner Sicht“…

10. November 2014
Florian Röpke

Florian Röpke

… und damit blase ich mal in das gleiche Horn wie der Wolfenbütteler CDU-MdL Frank Oesterhelweg im Schaufenster, ist es eine Schande, dass die CDU am 9. November, dem Jahrestag der Reichspogromnacht, gemeinsam mit Rechten der AfD und sogar Neonazis gegen eine rot-rot-grüne Koalition demonstriert hat. Aus reinem Machtkalkül wurde in Erfurt Geschichte instrumentalisiert, das Andenken dieses Gedenktages beschädigt und politisch missbraucht. Und wenn man dann in Erfurt Herrn Ramelow, einem gebürtigen Niedersachsen, auch noch „Bodo, geh heim!“ zuruft, dann hat man offensichtlich mit Mauerfall und Wiedervereinigung nicht wirklich viel im Sinn. Wer das Erbe der Diktatoren so missbraucht und instrumentalisiert, der handelt respekt-, instinkt- und verantwortungslos.


AfD – Da brat mir einer einen Storch!

27. Oktober 2014
Screenshot via Facebook

Screenshot via Facebook

So ein bischen sprachlos macht mich die Frau von Storch da schon, zugegeben. Es ist aber wohl im Grunde nur ein guter Erklärungsansatz dafür, wie man bei der AfD offensichtlich tickt. Eigentlich muss man ganz leise sein und horchen, ob da überhaupt irgendwas tickt. Fassen wir also diesen Offenbarungseid menschlicher Kleingeistigkeit zusammen: Wenn Pest gegen Cholera demonstriert, oder umgedreht, dann befinden sich trotzdem auf einer Seite immer die Guten. Diese Herangehensweise ist nicht neu und wird von Rechtsabbiegern gerne als Totschlagargument genutzt: Wer z.B. gegen die Todesstrafe ist, der ist im Gegenzug automatisch für die Verbrecher oder deren Verbrechen. Wenn man der Parole „Todesstrafe für Kinderschänder“ nicht folgen möchte, dann ist man in den Augen solcher Leute schnell ein Befürworter der Kinderpornographie. Und das ist leider so absurd wie inzwischen wirkungsvoll, weil auf diesem Niveau natürlich nicht gerne weiter diskutiert wird. Die Redewendung, nach der der Klügere nachgibt, öffnet der Dummheit Tür und Tor.

Nebenbei: Bei Frau von Storch schwingt natürlich auch die Mär vom angeblich linken Zeitgeist mit, einer rechten Wahnvorstellung, die das Denkvermögen erheblich schädigen kann. Im Endstadium wird sogar von einer alle Medien beherrschenden „linksrotgrünen Meinungsdiktatur“ fantasiert. Leider kommt da jegliche Hilfe oft zu spät und man ist dann tatsächlich der Meinung, weil in Köln rechte Hooligans randaliert haben, wäre es nun das linke Gebot der Stunde sich auf die Seite der Salafisten zu stellen.

Trotzdem eine kurze und verständliche Antwort an Frau von Storch: Nein, das müssen Sie nicht.

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Mehr zur so genannten Alternative für Deutschland


AfD – Mut zur Wahrheit

21. Oktober 2014

mutzurwahrheit

Quelle: @GebMoped

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Blaue Narzisse: Wenn ein Rechter mal recht hat

21. Oktober 2014

Der Rechte der recht hat ist Felix Menzel, der im Blog der neurechten Blauen Narzisse die rhetorische Frage stellt: „Warum sind Rechte nur so dumm?“ Den Hintergrund aufzubröseln habe ich keine Lust, der besagte Artikel findet sich aber hier. Mit der rhetorischen Frage hört das recht haben aber auch schon wieder auf und Menzel verrät auch noch einiges über sich und seine Sichtweisen. Es geht um eine heruntergelassene Hose und das schickt sich eben nicht in der Öffentlichkeit. Im konkreten Fall heißt das für Felix Menzel, es sei dumm, als Idenditäre Bewegung Hooligans zu unterstützen und es sei dumm als Hooliganzusammenschluss einen sehr rechten Sprecher zu haben.

Dumm ist dabei aber lediglich die Öffentlichkeit dieser zwei Beispiele, man mache sich zum einen angreifbar und brauche sich zum anderen über die „Nazikeule“ nicht zu wundern. Besser wäre es also heimlich zu unterstützen und den ganz Rechten keine Sprecherfunktionen zu geben. Der schöne Schein muss bewahrt bleiben, nicht das noch jemand auf die Idee kommt, dass in diesen Bereichen die Übergänge fließend sind. Man könnte die Leute fast in Schutz nehmen und ausrufen: Lieber dumm als verlogen! Aber dumm hin oder her, für mich ist das alles einfach nur rechter Humbug und vor allem falsch. Und Herr Menzel braucht sich nun nicht zu wundern, um in seinem Tonfall zu bleiben, wenn ihn nun die „Mimikrykeule“ trifft.

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Im März 2010 habe ich übrigens bereits in ähnlicher Sache geschrieben, da hatte ein rechtsextremer Blogger das Herz auf der Zunge getragen und wurde dafür kritisiert, dabei ging es allerdings „immer nur um die Art und Weise, um die Wirkung seiner Aussagen. Denn man möchte natürlich “wählbar” erscheinen und die Deutschen nicht verschrecken, also eine Alternative anbieten. Ähnlich verhält es sich auch seit Jahren mit dem “Hitlergruß”. Wer ihn macht und dabei erwischt wird (im Sinne einer Berichterstattung in den Medien), der wird meistens nur für das erwischt werden kritisiert, nicht für den “Hitlergruß” selbst.“


AfD – Retter des Abendlandes?

16. Oktober 2014

Björn Höcke ist Fraktionsführer der AfD im Thüringer Landtag, im Interview mit Sezession im Netz skizziert er einen am Volkswohl orientierten Politiker als den idealen Typus eines solchen. Auf die Frage, worauf sich seine Politik zu richten hätte antwortet er: „[…] Das ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil durch die technischen Möglichkeiten und die wirtschaftlichen Interdependenzen ein entfalteter Globalisierungstotalitarismus erstmals als reale Option angesehen werden kann. Daher muß der Verteidigung der ethnokulturellen Diversität höchste Priorität eingeräumt werden.“

Zum einen ist da die Wortneuschöpfung Globalisierungstotalitarismus, von Höcke nicht weiter erläutert, wohl aber als negatives Endstadium einer globalisierten Welt zu interpretieren, zum anderen – und da wird es dann wirklich interessant – die ethnokulturelle Diversität. Hier muss etwas ausgeholt werden. Die so genannte Neue Rechte hat den Begriff des Ethnopluralismus maßgeblich geprägt und stützt sich dabei, ich versuche mich wieder kurz zu fassen – auf die These, dass den verschiedenen Völkern eine bestimmte kulturelle Identität eigen sei und es diese unbedingt zu bewahren gelte. In diesem Zusammenhang wird dann das „Abendland“ als kultureller Großraum betrachtet, den es gegen fremde Einflüsse aus anderen „Kulturräumen“ zu verteidigen gelte. Originär rassistische Begriffe vermeidet man dabei, indem man von der Kulturgemeinschaft des Abendlandes spricht und den Menschen aus anderen Kulturkreisen sogar ihre Daseinsberechtigung zuerkennt, natürlich nur in den Grenzen ihres eigenen „Kulturraumes“.

Mit der Theorie vom Ethnopluralismus findet also eine Abgrenzung vom herkömmlichen Rassismus statt, indem man die Biologie hinten anstellt und sich auf angeblich unüberbrückbare kulturelle Differenzen beruft. Anzumerken ist allerdings, dass im Abendland natürlich die Weißen wohnen. Inwieweit sich hier also pure Demagogie und tatsächliche Überzeugung an dieser Stelle überschneiden, muss jeder selbst beurteilen. Diese Konzept hat inzwischen offenbar auch die Propagandaabteilung der NPD für brauchbar befunden und so heißt es in der Präambel des Europawahlprogramms folglich: „Ja zu Europa, Nein zu dieser EU – weil Europa auch in Zukunft Lebensraum der Europäer bleiben soll! […] Die NPD bekennt sich daher zu einer nationalen und europäischen Freiheitstradition, deren inhaltlicher Kern die Verteidigung der ethnokulturellen Identität der europäischen Völker ist […].“ Und diese Identität ist natürlich nicht zufällig weiß. Es hat sich also in diesem Fall die NPD im Fundus der Neuen Rechten bedient um vielleicht auch in etwas gemäßigteren rechten Kreisen Wählerstimmen zu erhalten.

Wenn Höcke nun also von der Verteidigung der ethnokulturellen Diversität spricht, dann meint er damit eigentlich, neben den obigen Ausführungen, den rechten Klassiker vom „Wir und die anderen“. Also nicht Integration, Anpassung oder Aufgehen in einer globalisierten Welt, sondern Verteidigung des eigenen und im größeren Maßstab die Verteidigung ethnokulturellern Verschiedenheiten um der Verschiedenheit willen. Im Falle der AfD ließe sich dies beispielhaft am fast schon krampfhaften klammern am Christentum festmachen, einer prägenden Größe der abendländischen Kultur.

Was das alles nun bedeutet: Herr Höcke argumentiert stringend rechts, das Interview gibt er Götz Kubitschek im – man könnte salopp sagen führenden – Organ der Neuen Rechten und Höck bedient dabei offenbar ganz bewusst ein sich selbst als rechtsintellektuell verstehendes Publikum mit ihrem beliebten Kernthema, der Rettung des Abendlandes.

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