Presseschau KW 43

23. Oktober 2017

++ Die Barbaren, sie lauern überall ++ Endziel Regime Change ++ Grundgesetzlich irrelevant ++ Der Teufelskreis des Populären ++ Ach, Berlin ++ Mehr Demokratie kommt nicht von rechts ++ Die Sexismusdebatte #metoo blendet religiöse Aspekte des Patriarchats aus ++ Pose für einen Aufstand ++ Den Rest des Beitrags lesen »

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Befragung der Montagsmahnwachen 2014

17. Juni 2014

occupyfriedenAuf Initiative des Instituts für Protest- und Bewegungs- forschung am Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin fand vor dem Hintergrund einer heftigen öffentlichen Auseinandersetzung über die seit dem 17. März statt- findenden Mahnwachen für den Frieden eine Befragung unter den Teilnehmer/innen statt.

Zur Projektseite gelangt man mit einem Klick auf das Bild, die Auswertung der Befragung im pdf-Format gibt es hier.


Da hat Herr Sarrazin selbst schuld (ergänzt)

28. April 2011

Spiegel-Online schreibt über die Berliner NPD, dass diese sich Aussagen Thilo Sarrazins zu eigen mache. Zudem sei es nicht das erste Mal, „dass die Partei mit Hilfe seiner Thesen um Zustimmung buhlt“. Es geht hierbei um folgendes Zitat von Herrn Sarrazin: „Ich möchte nicht, dass wir zu Fremden im eigenen Land werden.“ Das ist doch ein Klassiker, quasi eine der zentralen Parolen der Rechten seit Jahr und Tag.

Die NPD macht sich dabei aber nicht die Aussagen Thilo Sarrazins zu eigen, diese sind ja weder neu, noch wurden sie von Thilo Sarrazin erfunden, sondern Thilo Sarrazin als Person und als beliebten „Klartextpolitiker“. Die Anwerbeversuche seitens der NPD zielten doch nur auf mediale Aufmerksamkeit ab, Sarrazin ist als SPDler strategisch viel geeigneter für die NPD und deren Umfeld.

Thilo Sarrazin ist maßgeblich daran beteiligt, wenn rechte Parolen, wie die oben zitierte,  wieder als statthaftes und gutes Argument gelten. Und jetzt den „Applaus von der falschen Seite“ beklagen und zu versuchen der NPD ihre eigenen alten Parolen zu verbieten, das ist doch lächerlich. Man zitiert eben mit Quellenangabe und zu einer solchen Quelle hat sich Thilo Sarrazin selbst gemacht.

Ergänzung: Die Zeit meldet Thilo Sarrazin habe einen Sieg gegen die NPD errungen und diese dürfe nicht mehr mit seinem Namen werben. Ob man nun die Einschätzung des Gerichts teilen möchte oder nicht, es bleiben die Geister, die Thilo Sarrazin rief.

Bild: Screenshot npd.de


„Alternativlos“ – Muss auch mal gesagt werden (6)

21. Januar 2011

Eigentlich ist das Unwort des Jahres „alternativlos“ gar nicht so schlimm. In den meisten Fällen (Politiker) fehlt einfach die entsprechende Begründung, dann wäre alles klar und „alternativlos“ kein Unwort mehr. Voilà:

  • Alternativlos, weil meine Weltanschauung einfach keine anderen Lösungsansätze zulässt.
  • Alternativlos, weil mein geistiger Horizont es leider nicht ermöglicht mir tiefer gehende Überlegungen zu machen und ich mir somit alternative Lösungsansätze nicht erschließen kann.
  • Alternativlos, weil wir das gerade im Hinterzimmer so besprochen haben und wir auch in Zukunft auf Zuwendungen jeglicher Art unserer einflussreichen und vermögenden Freunde nicht verzichten wollen.

Sezession: Trotz der Lüge

7. Juli 2010
CD Cover

Cover der entsprechenden CD "Gott - Vaterland - Liebe - Tod"

Das Juli-Gedicht („Das eiserne Gebet“) lässt sich Götz Kubitschek vom rechtsextremen Liedermacher Trotz der Lüge trällern. Vielleicht wurde er ja im Thiazi-Forum auf diese „Gruppe“ aufmerksam. Wer weiß das schon…


Arschlöcher gibt es überall

19. November 2009

Arschlöcher gibt es überall. Es ist dabei völlig egal wo ein Mensch herkommt, was er hat oder ist. So ähnlich also wie auf der Reeperbahn nachts um halb eins, ob man ein Mädel hat oder auch keins. Das macht es ja auch so gefährlich, man sieht es dem Menschen nicht an. Wie es in ihm tickt oder ob überhaupt, das wird man vielleicht herausfinden, oftmals aber leider zu spät. Dann bleibt aber immerhin die Erkenntnis: Das ist ja ein Arschloch. Ja, so einfach kann die Welt sein.

Schwieriger wird es natürlich, wenn man jemanden abwertet und/oder beleidigt wegen eines unveränderbaren Merkmals, hier die Hautfarbe. Es ist nicht in Ordnung jemanden als Arschloch zu bezeichnen, nur weil er z.B. Schwarzer oder Weißer ist. Ist dies der Fall, dann sprechen wir von Rassismus. Und ja, Rassismus gibt es natürlich auch gegen Weiße, kommt nur in Deutschland etwas seltener vor.

Ich habe es im letzten Absatz schon getan, ich schrieb von schwarzen Menschen. So nennt man schwarze Menschen, wenn die Hautfarbe irgendwie eine Rolle spielt, z.B. bei einer Vermisstenanzeige, bei rassistischen Übergriffen, oder wenn man kurz Rassismus erklären möchte, ansonsten ist die Hautfarbe doch eh egal, also außer für Rassisten natürlich. Da sich die Bezeichnung „Schwarze(r)“ in der modernen Welt, auch auf Wunsch schwarzer Menschen, verbreitet hat, kann man das Wort „Neger“ aus dem Sprachgebrauch streichen, es wird oftmals als Beleidigung aufgefasst. Und da man ja kein Arschloch sein möchte, sagt man einfach nicht mehr „Neger“, das ist doch ganz einfach. (Lesempfehlung von hier: Die Sezession über alltäglichen Rassismus)

Und nun noch kurz zur medialen Berichterstattung. Wenn ein schwarzer einen weißen Menschen verprügelt, einfach so, ohne Motivation, dann haben wir den Tatbestand der Körperverletzung und die Hautfarbe spielte keine Rolle. Die Medien lassen also die Hautfarbe in der Berichterstattung weg, sie hat mit dem Verbrechen nichts zu tun. Warum sollte sie also genannt werden? Das gleiche gilt natürlich in allen erdenklichen Situationen und neben der Hautfarbe auch für die Herkunft, das Haben und Sein eines Menschen. Genannt wird nur, was im Zusammenhang mit der Tat wichtig ist.

Das sind also meine Gedanken zu diesem Themenbereich, ohne Anspruch auf Vollständigkeit natürlich. Vor vielen Jahren habe ich das auch schon so gesehen. Leider sind mir solche schlichten Wahrheiten zeitweise entfallen, oder schlimmer. Naja, jetzt „Back Home“ eben. Das musste zwischendurch mal gesagt werden.

Der NPD-Blog hat u.a. zu diesem Thema einen Leitfaden veröffentlicht. Was ich hier jetzt nicht genannt habe, was aber im Leitfaden ebenfalls Beachtung findet, ist z.B. die Begriffsunterscheidung zwischen rechtsradikal und rechtsextrem. Zum Leitfaden „Rassistisch, fremdenfeindlich oder rechtsextrem? Schwarze, weiße oder farbige Menschen?“ geht es HIER.

Mit diesen kleinen Ausführungen und vor allem dem Leitfaden von Patrick Gensing im Hinterkopf, kann man nun mal exemplarisch diesen Kommentar lesen.

„(…) was allerdings ein skandal ist, ist das bewusste verschweigen von kriminellen akten begangen von ausländern an deutschen und anderen ausländern. davon gibt es allerdings mehr als reichlich. aber das ist in Deutschland nicht der rede wert. die Deutschen sind eben vieh das man einfach so tottreten kann. armes Deutschland!“


Zensur im Deutschen Historischen Museum

15. November 2009

„Neue Gesetze über Staatsangehörigkeit und Zuwanderung schufen erst seit der Jahrtausendwende die neuen Rechtsgrundlagen. Während innerhalb Europas die Grenzen verschwinden, schottet sich die Gemeinschaft der EU zunehmend nach außen ab. Die ›Festung Europa‹ soll Flüchtlingen verschlossen bleiben.“

Das ist sicherlich richtig, nur leider wird man diese zitierten Zeilen nicht am Bestimmungsort lesen können, weil sie nämlich zensiert wurden. Ein lesenswerter Artikel auf Zeit-Online über eine Ausstellung im Deutschen Historischen Museum und wie ein Staatsminister politisch eingreift und zensieren lässt.

Zeit Online: Bundesbeauftragter für Propaganda – Schottet sich Europa gegen Flüchtlinge ab? Staatsminister Bernd Neumann hat eine Ausstellung im Deutschen Historischen Museum zensieren lassen