Stressbewältigung und relevante Gefahren der Atomkraft

4. Mai 2011

Einem so genannten „Stresstest“ sollten die europäischen Atomkraftwerke unterzogen werden. Vernünftig, könnte man meinen. Aber würde dies nicht unangenehme Wahrheiten ans Licht bringen? Die Süddeutsche Zeitung über die „Debatte um Sicherheit von Atommeilern“:

„Terrorangriffe? Menschliches Versagen? Für die EU keine relevanten Gefahren, wenn es um Meiler-Sicherheit geht. Brüssel hat dem Druck der Atomlobby nachgegeben und verzichtet auf strenge AKW-Stresstests. (…) Ursprünglich hatten sich die 27 europäischen Staats- und Regierungschefs auf ihrem Gipfel Ende März darauf geeinigt, die 146 in der Europäischen Union betriebenen Reaktoren auf alle durch die Fukushima-Katastrophe offenbar gewordenen zusätzlichen Unfallszenarien zu überprüfen. Zudem sollte getestet werden, ob Stromversorgung, Kühlung und zusätzliche Aggregate nach Terrorangriffen, menschlichen Bedienfehlern oder in unverhofften Notsituationen sicher funktionieren. Das lehnen die westeuropäischen Aufseher strikt ab.“

Viel „Stress“ möchte man sich dann also doch nicht machen. Und menschliches Versagen ist ja nun auch wirklich nicht relevant. Immerhin könnten sich die europäischen Politiker im Falle eines Falles genau darauf berufen, sie sind ja schließlich auch nur Menschen (und Versager).

Bild: Heinz-Josef Lücking

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ARTE: Mit offenen Karten – 50 Jahre EU

19. Dezember 2010

Screenshot - Mit offenen Karten

OK, die kleine Dokumentation ist schon von 2007, das macht sie aber nicht weniger sehenswert. Generell ist das Format „Mit offenen Karten“ zu empfehlen. Hier links mal eine Europakarte der bedeutendsten Schlachten zwischen 1740 und 1990 (für eine vergrößerte Ansicht bitte anklicken). Hätte ich in diesem Ausmaß nicht gedacht.

Hier die dazugehörige Dokumentation:


Die Arroganz der Macht (3)

5. November 2009

Die Initiative für Transparenz und Demokratie „LobbyControl“ berichtet über eine vom europäischen Netzwerk Alter-EU veröffentlichte Studie (zur pdf Datei). Die Studie offenbare den immensen Einfluss der Finanzindustrie auf die europäische Finanzmarktregulierung.

„() Erstmals wird nachgewiesen, dass die Kommission ihre externen Beraterinnen und Berater in dieser Frage fast ausschließlich aus der Finanzindustrie selbst bezog. Einzelne Fallstudien aus Schlüsselbereichen, wie der Regulierung von Banken, Hedge Fonds, Rating Agenturen, Regeln der Buchführung und Steuern zeigen die aktive Rolle der Finanzbranche bei der Gestaltung der Politikinhalte auf, die zu der jüngsten Finanzkrise beigetragen haben. Die EU vertraut zur Bewältigung der Krise nun wieder auf die selben Expertinnen und Experten wie vorher. ()“

Das muss sich doch mal auf der Zunge zergehen lassen! LobbyControl bietet eine Kurzfassung der Studie auf Deutsch an (zur pdf-Datei).