Presseschau KW 42

16. Oktober 2017

++ Bloß nicht reden ++ Salzgitter ringt um seine Weltoffenheit ++ Die Linke hatte nie eine so gut organisierte Fraktion von Fantasten ++ Kann eine Gehirnwäsche Terroristen hervorbringen? ++ Halbmond und Hakenkreuz im Landgericht ++ Es herrscht Konformismus ++ Wie die deutsche Öffentlichkeit die neuen Rechten gross macht ++ „Neue Rechte“ und ideologische Traditionen ++ Den Rest des Beitrags lesen »

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Presseschau KW 34

20. August 2017

++ Was hält Demokratien zusammen? ++ Die Grenzen der Umverteiler ++ Man soll nicht eine Zeitung bekämpfen, sondern islamistischen Terror ++ Die SPD hat den Löffel längst abgegeben ++ Was war welche Linke? ++ Wut ist zu wenig ++ Jude wird täglich auf Schulhöfen als Schimpfwort benutzt ++ Vor Auschwitz ++ Warum lebt Ihr dann in Deutschland? ++ In Syrien sind alle böse ++ Immer auf die Dicken ++ Der Pranger als politische Waffe ++ Gleichheit ist langweilig ++ Kubitschek träumt ++ Keine Voraussetzungen für Filterblasen ++ Den Rest des Beitrags lesen »


Presseschau KW 32

7. August 2017

++ Viagra für Politikverachtung ++ Was in dem„sexistischen Google-Dokument“ wirklich steht ++ Energetische Modernisierungen sind teuer – aber wenig effektiv ++ Dauerkanzlerschaften sollten verhindert werden ++ Die Plakate zur Bundestagswahl 2017 ++ Der Kitt menschlicher Gemeinschaften ++ Die Freiheit darf nicht verschleiert werden ++ Vom Ende der Sprachlosigkeit ++ Über den Gipfeln ist Ruh‘ ++ Eigentlich alles wie im Wendland ++ Seid euch nicht zu sicher! ++ Im Tal der Heuchler ++ Unsere schöne imperiale Lebensweise ++ Innere Sicherheit als Thema parteipolitischer Auseinandersetzung ++ Kühe sind gefährlicher als Autos ++ Den Rest des Beitrags lesen »


AfD – Retter des Abendlandes?

16. Oktober 2014

Björn Höcke ist Fraktionsführer der AfD im Thüringer Landtag, im Interview mit Sezession im Netz skizziert er einen am Volkswohl orientierten Politiker als den idealen Typus eines solchen. Auf die Frage, worauf sich seine Politik zu richten hätte antwortet er: „[…] Das ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil durch die technischen Möglichkeiten und die wirtschaftlichen Interdependenzen ein entfalteter Globalisierungstotalitarismus erstmals als reale Option angesehen werden kann. Daher muß der Verteidigung der ethnokulturellen Diversität höchste Priorität eingeräumt werden.“

Zum einen ist da die Wortneuschöpfung Globalisierungstotalitarismus, von Höcke nicht weiter erläutert, wohl aber als negatives Endstadium einer globalisierten Welt zu interpretieren, zum anderen – und da wird es dann wirklich interessant – die ethnokulturelle Diversität. Hier muss etwas ausgeholt werden. Die so genannte Neue Rechte hat den Begriff des Ethnopluralismus maßgeblich geprägt und stützt sich dabei, ich versuche mich wieder kurz zu fassen – auf die These, dass den verschiedenen Völkern eine bestimmte kulturelle Identität eigen sei und es diese unbedingt zu bewahren gelte. In diesem Zusammenhang wird dann das „Abendland“ als kultureller Großraum betrachtet, den es gegen fremde Einflüsse aus anderen „Kulturräumen“ zu verteidigen gelte. Originär rassistische Begriffe vermeidet man dabei, indem man von der Kulturgemeinschaft des Abendlandes spricht und den Menschen aus anderen Kulturkreisen sogar ihre Daseinsberechtigung zuerkennt, natürlich nur in den Grenzen ihres eigenen „Kulturraumes“.

Mit der Theorie vom Ethnopluralismus findet also eine Abgrenzung vom herkömmlichen Rassismus statt, indem man die Biologie hinten anstellt und sich auf angeblich unüberbrückbare kulturelle Differenzen beruft. Anzumerken ist allerdings, dass im Abendland natürlich die Weißen wohnen. Inwieweit sich hier also pure Demagogie und tatsächliche Überzeugung an dieser Stelle überschneiden, muss jeder selbst beurteilen. Diese Konzept hat inzwischen offenbar auch die Propagandaabteilung der NPD für brauchbar befunden und so heißt es in der Präambel des Europawahlprogramms folglich: „Ja zu Europa, Nein zu dieser EU – weil Europa auch in Zukunft Lebensraum der Europäer bleiben soll! […] Die NPD bekennt sich daher zu einer nationalen und europäischen Freiheitstradition, deren inhaltlicher Kern die Verteidigung der ethnokulturellen Identität der europäischen Völker ist […].“ Und diese Identität ist natürlich nicht zufällig weiß. Es hat sich also in diesem Fall die NPD im Fundus der Neuen Rechten bedient um vielleicht auch in etwas gemäßigteren rechten Kreisen Wählerstimmen zu erhalten.

Wenn Höcke nun also von der Verteidigung der ethnokulturellen Diversität spricht, dann meint er damit eigentlich, neben den obigen Ausführungen, den rechten Klassiker vom „Wir und die anderen“. Also nicht Integration, Anpassung oder Aufgehen in einer globalisierten Welt, sondern Verteidigung des eigenen und im größeren Maßstab die Verteidigung ethnokulturellern Verschiedenheiten um der Verschiedenheit willen. Im Falle der AfD ließe sich dies beispielhaft am fast schon krampfhaften klammern am Christentum festmachen, einer prägenden Größe der abendländischen Kultur.

Was das alles nun bedeutet: Herr Höcke argumentiert stringend rechts, das Interview gibt er Götz Kubitschek im – man könnte salopp sagen führenden – Organ der Neuen Rechten und Höck bedient dabei offenbar ganz bewusst ein sich selbst als rechtsintellektuell verstehendes Publikum mit ihrem beliebten Kernthema, der Rettung des Abendlandes.

Mehr zur so genannten Alternative für Deutschland