Presseschau KW 31

30. Juli 2017

++ Flüchtlingskrise = Journalismuskrise?++ Hier steht, wer alles doof ist ++ Die tapferen Kämpferinnen vom Bosporus ++ Der Sultan, der das Hassen lehrt ++ Wir konnten bei seiner Radikalisierung zusehen ++ Die Kultur der Duldung zermürbt unser Land ++ Warum E-Mobilität vielleicht auch nicht die Lösung ist ++ Ist Vergiften auch Terror? ++ Wie Stickoxide zum Sündenbock wurden ++ Die Geduld der Israelis ist bewundernswert ++ Sieferles Werk und Spiegels Beitrag ++ The Würstchen of Wall Street ++ Das Scheitern der „Hamburger Linie“ ++ Von linker und rechter Gewalt ++ Wenn die Glaubwürdigkeit erst einmal zerrüttet ist ++

Den Rest des Beitrags lesen »

Advertisements

Presseschau KW 14

2. April 2017

++ Die Grünen ohne Gewicht ++ In der Rolle der Entrechteten ++ Marine Le Pen spricht auch die Linke an ++ Alarmstufe Rot im Syrien-Konflikt ++ Wie die DDR Frauen gefügig machte ++ Die Inspiration und die Anklage ++ Meinungsfreiheit und Gewalt ++ Antisemitismus ist wieder hoffähig ++ Kampagne mit kurzen Kommentaren ++ Die rasende Vernunft ++ Endlose Toleranz führt uns zum Verschwinden der Toleranz ++ Wir machen doch nur Fake News ++ Neue Pläne für Autobahnen ++ ARD-Journalist besuchte deutsche Moscheen ++ Tuvia Tenenbom unter Flüchtlingen ++ Den Rest des Beitrags lesen »


Spirale der Eskalation muss durchbrochen werden

11. Juli 2014

Die Vorsitzenden von Partei und Fraktion der LINKEN, Katja Kipping, Bernd Riexinger und Gregor Gysi, fordern angesichts der neuen Eskalation des israelisch-palästinensischen Konflikts entschlossene deeskalierende Schritte der internationalen Gemeinschaft. Sie erklären:

Der Nahe Osten steht an der Schwelle eines neuen Krieges zwischen Israel und den Palästinensern. Die Hardliner auf beiden Seiten drehen unbeirrt an der Spirale der Eskalation. Die Raketenangriffe aus dem Gaza-Streifen richten sich gegen die israelische Bevölkerung, auf zivile Ziele. Israel reagiert völlig unverhältnismäßig mit massiven Bombenangriffen, die stündlich Zivilisten töten und im dicht besiedelten Gaza-Streifen einen humanitären Notstand herauf beschwören. Die israelische Drohung mit einer Boden-Offensive nimmt eine nochmalige Zuspitzung des Konflikts und eine massive Erhöhung der Opferzahlen in Kauf. Die Raketen auf Israel aus dem Libanon sind ein weiterer Eskalationsschritt. Beide Seiten untergraben gezielt alle Bemühungen, der palästinensischen und israelischen Bevölkerung den Weg in eine friedliche und stabile Zukunft zu ebnen. Im Unwillen zum Frieden sind sich Hamas-Führung und Netanjahus Regierungskoalition einig. Die großen Verlierer einer Eskalation sind die betroffenen Völker.

Die internationale Gemeinschaft ist gut beraten, beide Seiten nicht durch einseitige Schuldzuweisungen falsch zu ermutigen. Wenn die internationale Gemeinschaft oder wichtige Staaten auf Kritik an einer Seite bewusst verzichten, dann ist das nichts anderes als eine Ermutigung zur Friedensverweigerung. In diesem Konflikt führt niemand einen gerechten Krieg. Wir dürfen uns weder mit den völkerrechtswidrigen Operationen der israelischen Armee gegen die Bevölkerung im Gaza-Streifen noch mit der Gewalt gegen die israelische Bevölkerung abfinden. Die israelische Besatzungspolitik und der Ausbau der Siedlungen müssen enden. Die Schuldigen für die Ermordung der drei israelischen Jugendlichen und den Rachemord an einem palästinensischen Jugendlichen müssen gefunden und vor Gericht gebracht werden. Die Friedensformel für die Region ist ein demokratischer, jüdischer Staat, der in Frieden und Sicherheit mit einem lebensfähigen, unabhängigen palästinensischen Staat lebt.

Der Weg zu diesem Ziel wird lang. Der erste Schritt ist eine sofortige Waffenruhe zwischen Israel und den Palästinensern. Dies wird nicht ohne massiven internationalen diplomatischen Druck auf beide Seiten möglich sein. Die internationale Staatengemeinschaft sollte jetzt umgehend den Palästinenserinnen und Palästinensern zubilligen, ihren eigenen Staat als Mitglied der Vereinten Nationen zu organisieren. Dieser Schritt kann aus dem Kreislauf der Gewalt herausführen. Die internationale Gemeinschaft muss Verantwortung für den Friedensprozess übernehmen und die beiden Staaten dabei begleiten, einen sicheren und souveränen Frieden miteinander zu finden.


Kurz zu Grass

4. April 2012

Tagesschau.de weiß: „Die israelische Öffentlichkeit nahm das Grass-Gedicht nur am Rande zur Kenntnis.“

Ich bin zwar nicht Israel, werde es denen aber gleichtun.

Bild: Florian K.


Wäre das Thema nicht so ernst…

10. März 2010

Was ist gemeint, wenn man etwas nicht religiöses als Religion bezeichnet? Was macht eine Religion aus? Also zuerst wäre da der unerschütterliche Glaube an etwas Höheres, im monotheistischen Sinne, an einen Gott. Und natürlich richten Menschen ihr Leben nach dieser Religion aus, so sie es für geboten halten. Da wären beispielsweise die Zehn Gebote als mögliche Richtschnur des Lebens zu erwähnen. Aber auch Praktiken wie das Fasten dürfen an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, man kann nämlich auch Opfer bringen, für seine Religion. Das alles variiert natürlich und ich bin kein Religionswissenschaftler. Auch noch wichtig, Rituale. Man geht z.B. in die Kirche, betet vor dem Essen. Ich denke Leserinnen und Leser sind jetzt einigermaßen bei mir und wissen wohin die Reise gleich gehen soll.

Und jetzt, etwas nicht religiöses als Religion bezeichnen: Holocaust-Religion, Holocaust-Religion, Holocaust-Religion, Holocaust-Religion, Holocaust-Religion, Holocaust-Religion, Holocaust-Religion, Holocaust-Religion, Holocaust-Religion, Holocaust-Religion, Holocaust-Religion

Es gibt verschiedene Interpretationsmöglichkeiten, warum jemand von einer oder der „Holocaust-Religion“ spricht. Ich halte alle Möglichkeiten für Mist, egal wer der Urheber ist. Mir ist das Thema zu ernst. Mir sind die jeweiligen Gründe zu banal. Wer „Holocaust-Religion“ sagt, dem fehlen offenbar Argumente oder die Zeit, sich differenzierter mit einem Thema zu beschäftigen.

Am wenigsten negativ ist der Nutzer, der mit dem Mut der Verzweiflung „Holocaust-Religion“ sagt, eine schreiende Menge zum verstummen bringt und sich somit Aufmerksamkeit verschafft, zumindest für den Moment. Die anderen Inhalte werden dann allerdings abgewertet und es kann sein, dass dem Nutzer  niemand mehr zuhören mag. Das ist verständlich und eben Pech für den Nutzer. Das ist aber keine Bestätigung, mit der „Holocaust-Religion“ ins Schwarze getroffen zu haben! Aber das werden viele nie verstehen.

So richtig negativ sind Jene, die „Holocaust-Religion“ sagen, weil sie tatsächlich den Holocaust bezweifeln oder zumindest relativieren. Jenen fehlt der Respekt, daher können sie problemlos „Holocaust-Religion“ sagen, es ist für sie nichts besonderes.

Auch richtig negativ sind Jene, die auf die Nutzung von „Holocaust-Religion“ angewiesen sind, weil es zu ihren affigen Weltbild gehört und quasi Erkenntnisgrundlage bildet. Man müsste hier mal nach der „Holocaust-Religion-Religion“ fragen.

Auch ausschließlich das Problem der „Holocaust-Religion“-Nutzer sind die Verwechslungsmöglichkeiten, also zu welcher Negativ-Kategorie sie denn wohl gehören.

Insgesamt und etwas provokativ zusammengefasst: „Holocaust-Religion“ sagt man nicht. Intelligente sollten einfach keinen Bedarf haben, Dumme vielleicht lieber mal die Klappe halten.