Presseschau KW 19

11. Mai 2017

++ Merkel und der schicke Bär ++ Wissenschaft produziert keine Fakten ++ Mit Fakten gegen jeden Zweifel ++ Die Macht der politischen Sprachbilder ++ Leitkulturdebatte: Im Wiederholungszwang ++ Die Angst vor dem politischen Islam ist da, doch singt man laut im Walde ++ Mit einem Pim Fortuyn würde die AfD triumphieren ++ Wo ist das egalitäre Internet geblieben? ++ Den Rest des Beitrags lesen »


Ulfkotte ist weder ein verlässlicher Zeuge noch ein brauchbarer Chronist

25. Oktober 2014

Inzwischen gibt es einen sehr gut recherchierten Artikel zum neuen Buch vom Fäkalien-Dschihadisten Dr. Udo Ulfkotte. Mein Unverständnis darüber, warum seine Artikel auch heute noch gelesen und für bare Münze genommen werden und sich seine Bücher verkaufen wird dabei von Stefan Niggemeier bestätig: „Es gibt viele gute Gründe, dieses Buch zu ignorieren, der wichtigste ist sein Autor, der, wie es ein ehemaliger Kollege von ihm von der FAZ sagt, irgendwann zwischen Realität und Fiktion nicht mehr unterscheiden konnte. Es gibt aber einen entscheidenden Grund, dieses Buch nicht zu ignorieren: Es entfaltet sichtlich Wirkung. Es wird jetzt schon wie die Bibel einer Bewegung behandelt.“ Niggemeier macht bei den Krautreporten nun einen Faktenchek und dieser fällt, wie zu erwarten war, negativ aus, einige Zitate: „Dabei besteht das Werk zu einem großen Teil aus Blähungen. Tatsächliche journalistische Skandale und zweifelhafte Praktiken, die lange bekannt sind, werden von ihm zu Überlebensgröße aufgeblasen und mit dem übelsten Geruch versehen. Ein anderer Teil ist schlicht und nachweisbar falsch. Fast überall, wo man probeweise in die Behauptungen in seinem Buch hineinpiekt, findet man Fehler, Verdrehungen und Manipulationen – und die Luft geht raus. […] Aber bei aller berechtigten Kritik am Zustand des deutschen Journalismus: Ulfkotte ist weder ein verlässlicher Zeuge noch ein brauchbarer Chronist. […] Er gibt sich als einsamer Aufdecker aus, dabei trägt er vor allem zusammen, was kritische Journalisten vor ihm aufgedeckt haben.“

Es ist mehr als bedauerlich, dass trotzdem so viele Leute dem Ulfkotte auf den Leim gehen, man befindet sich fast schon in der Position des einsamen Rufers in der Wüste:  Vorsicht! Achtung! Dr. Udo Ulfkotte!


Vorsicht! Achtung! Dr. Udo Ulfkotte!

23. Oktober 2014

Dr. Udo Ulfkotte und sein „Fäkalien-Dschihad“ vom Mai 2011 ist noch immer ein regelmäßig gelesener Artikel meines Blogs und das Ergebnis vieler Internetsuchen zu diesem inverstigativen Journalisten, der seine Brötchen beim peinlichen Kopp-Verlag verdient. Aufmerksam wurde ich  2010, als er Klimawandel und Erderwärmung quasi per Handstreich für ungültig erklärte, weil es zu diesem Zeitpunkt sehr kalt war in Deutschland. Mit einer ihm eigenen dummdreisten Ironie empfahl er dem Leser seinen Mantel auszuziehen und rauszugehen. „Die Kälte da draußen, die bilden Sie sich bloß ein.“ Vor der Fußball-WM in Südafrika hat Ulfkotte ernsthaft behauptet „Vertreter der schwarzen Regierung haben ganz offiziell dazu aufgerufen, Weiße zu ermorden. Das verschweigen westliche Medien aus Gründen der politischen Korrektheit.

Und im Mai 2011 fragte Ulfkotte, der seriöse Islamkritiker, dann gewohnt alarmistisch in Bezug auf das EHEC-Darmbakterium ob es eine kulturelle Bereicherung“ sei und führte ernsthaft (!) aus: “Auch die Geheimdienste warnen schon seit Jahren vor dem Fäkalien-Dschihad. In den ausgewerteten Anleitungen islamistischer Terrorgruppen für möglichst unerwartete Angriffe auf westliche Bürger ist der Fäkalien-Dschihad ja ausführlich erwähnt. In Deutschland ignoriert man das. Während man in Deutschland über die Herkunft des EHEC-Darmbakteriums rätselt, kennt man die Verbreitungsart in vielen anderen westlichen Staaten schon seit Jahren.” Zu diesem Zeitpunkt wurde Spanien als mögliches Herkunftsland des Bakteriums genannt und Ulfkotte wusste, dass es sich bei den Erntehelfern in Spanien meist um Moslems handeln würde, der Kreis hatte sich für Dr. Udo Ulfkotte geschlossen und ich folgerte beeindruckt: „Moslems haben uns also auf die Gurken gekackt, oder Herrn Dr. Ulfkotte in den Kopf.“ Schon kurze Zeit später wurde letzteres bestätigt, „Spanien wurde nach kurzer Panik und Boykott als Herkunftsland ausgeschlossen. Und inzwischen ist das Thema vom Tisch, Sprossen als Ursache erkannt und alles war wohl doch eher “hausgemacht”. Kein Fäkalien-Dschihad.“

Das waren jetzt drei Beispiele von gefühlt hunderten, die zeigen, was für ein investigativer Journalist dieser Dr. Udo Ulfkotte ist. Es ist mir ein Rätsel, warum seine Artikel auch heute noch gelesen und für bare Münze genommen werden und sich seine Bücher verkaufen. Eigentlich ist er der Dschihadist, der Fäkalien-Dschihadist, er redet und schreibt Scheiße, er führt einen heiligen Krieg gegen die Vernunft.

Bild: Kulmalukko


Dumm, dümmer, Ulfkotte – „Hilfe – die Erde schmilzt …!“

6. Januar 2010

Wenn Udo Ulfkotte nicht damit beschäftigt ist einen baldigen Bürgerkrieg (natürlich von Ausländern angezettelt) zu prophezeien, dann schreibt er lustige Geschichten für die Internetseite des KOPP Verlags:

„Schauen Sie einmal vorsichtig aus dem Fenster. Sehen Sie das? Spüren auch Sie in diesen Tagen, wie die Erde schmilzt – wegen des »Klimawandels« …? Ziehen Sie Ihren Mantel aus und gehen Sie raus. Die Kälte da draußen, die bilden Sie sich bloß ein …(…)“

Dabei sollte doch bei aller Skepzis eigentlich logisch sein:

„() „Bei uns ist es kälter als sonst, dafür ist es in anderen Gebieten der Welt milder und wärmer“, so Vögtlin. Der Klimawandel sei ein globales Phänomen. Das bedeutet nicht, dass es nicht auch zu Wintereinbrüchen kommen kann. (…)“

Altermedia hat den Ulfkotte-Artikel natürlich gleich übernommen, ist ja klar. Klimawandel ist nur etwas für linke Gutmenschen und zudem Teil der großen Verschwörung.

Und by the way, das Wort „Klimaleugner“ wird von diesen Leuten selbst verwendet. Wer es zuerst gesagt hat weiß ich nicht, aber Verwendung findet diese Bezeichnung fast nur in rechten klimawandel-skeptischen Kreisen. Damit wird künstlich die Nähe zur strafbaren Holocaust-Leugnung hergestellt. Ziel ist neben Aufmerksamkeit der typische Wunsch die Opferrolle vereinnahmen zu könen. Demnach werde man sicherlich bald bestraft, weil man den Klimawandel bezweifele. Der arme wahrheitssuchende „Leugner“ also als Opfer des Zeitgeists. Aber das wirklich nur ganz nebenbei, falls mal wieder jemand prophylaktisch jammert.