Presseschau KW 22

29. Mai 2017

++ Eine Klasse für sich ++ Bizarres Wettrennen um den Abschiebestopp ++ Tod von Benno Ohnesorg ++ Ihr verteidigt auch nur eure Privilegien ++ Ich bin blond und deutsch, lasst mich herein! ++ Unsere Sicherheit ist eine Inszenierung ++ Ohne Grenzen gibt es Mauern ++ Wir befinden uns im Zeitalter privater Supermächte ++ Anti-Establishment? Von wegen! ++ Was Progressive und Konservative unterscheidet, sind ihre Gefühle ++ Journalisten sind keine Heiligen ++ Martin Schulz und das Ende der Illusionen ++ Die Massenarbeitslosigkeit kommt zurück ++ Die Entpolitisierung der Demokratie ++ Die missbrauchte Leitkultur ++ Ansichten eines Trolls ++ Illusion Inklusion ++ Den Rest des Beitrags lesen »

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Presseschau KW 20

15. Mai 2017

++ Das fatale Fließbandsystem des Bamf ++ Meinungsfreiheit im Neuland ++ Wir Juden sind da mittendrin ++ Leitkultur – Debatte nirgends, Geschrei überall ++ Wie sich Eltern von ihren Kindern dominieren lassen ++ Das Gerede von der #Revolution ++ Moral ist fast etwas Unehrenhaftes in der Politik ++ Die Union entfesselt die Kraft des Bosbach-Faktors ++ Der „bittere Erfolg“ der Linkspartei ++ SPD-Desaster mit Ansage ++“Wahlsieg“ der Nichtwähler in NRW ++ Die kritische Distanz wird ausgelöscht ++ Kameradschaft im Schatten ++ Den Rest des Beitrags lesen »


Presseschau KW 19

11. Mai 2017

++ Merkel und der schicke Bär ++ Wissenschaft produziert keine Fakten ++ Mit Fakten gegen jeden Zweifel ++ Die Macht der politischen Sprachbilder ++ Leitkulturdebatte: Im Wiederholungszwang ++ Die Angst vor dem politischen Islam ist da, doch singt man laut im Walde ++ Mit einem Pim Fortuyn würde die AfD triumphieren ++ Wo ist das egalitäre Internet geblieben? ++ Den Rest des Beitrags lesen »


Neue Rechte: Immer wieder Überfremdung

10. Dezember 2009

Im Artikel „Überwindung der Überfremdung“ habe ich ja mal für Felix Menzel, bzw. die Neue Rechte, Tacheles geschrieben. Das klang dann so:

„(…) Also: Wir brauchen überall Leute, die denen (die Ausländer, Anm. d.V.) sagen, dass sie hier nicht erwünscht sind! Und Gegenöffentlichkeit: Die Deutschen müssen bescheid wissen! Schürt Ängste, behauptet einfach irgendetwas, hauptsache es wirkt. Und wer jetzt wieder behauptet es ginge im Kern um „Ausländer raus!“, der hat nicht verstanden. Und zwar weil ich das so will und Kubitschek auch und andere auch meiner Meinung sind.“

Dass ich damit durchaus die neurechte Denkart erfasst habe, zeigt eine Neverending Diskussion auf Sezession im Netz. Diesmal unter dem wichtigen und einfallsreichen Titel: „Larmoyanz* und Verwesung“ Hier mal ein kleiner Kommentarausschnitt, Hervorhebungen von mir. Man achte auf die Ähnlichkeiten zwischen den beiden Texten – erfunden vs. real.

„() Wenn eine Sezession der ethnischen Deutschen nicht auf irgendeine Weise gelingen sollte (und dieses „Wie“ sollte hier diskutiert werden), dann wird das Leben in diesem Multikulti-Dreckhaufen einfach keinen Sinn mehr machen. Ihr könntet z.B. in eurem Ort eine Bürgerinitiative zwecks humaner Rückführung von arbeitslosen Türken gründen…Macht einfach irgendwas, aber hört auf euch dem Zeitgeist zu unterwerfen!“

Auch interessant. Findet jemand den Logikfehler? Ein typischer neurechter Eiertanz, Hervorhebung wieder von mir:

„() Dass man die sich uns aufgedrängten Massenzuwanderer nicht ohne weiteres wieder los wird, ist wohl jedem bewusst. Aber warum sollte man Zufriedenheit über diesen Zustand kommunizieren, statt eine, möglicherweise unrealistische, aber gerechtfertigte Maximalforderung zu stellen? (…)“


Blaue Narzisse: Überwindung der Überfremdung

1. Dezember 2009

Felix Menzel philosophiert über das Minarettverbot und eine gestoppte Umfrage von Spiegel-Online

Spiegel-Online hatte das Minarettbauverbot der Schweiz zum Anlass genommen eine entsprechende Umfrage zu starten. Diese Umfrage wurde inzwischen gelöscht. Ich selbst kann sie ebenfalls nicht mehr finden. Wenn es stimmt, was Felix Menzel schreibt, dann hatte die Umfrage kurz vor der Löschung ca. 27000 Teilnehmer und über 70% davon votierten für ein Minarettverbot in Deutschland. Gedanken darüber, wie repräsentativ eine solche Umfrage ist, bzw. überhaupt sein kann, darüber verliert Menzel leider kein Wort. Denn obwohl ich auch glaube, dass ein Volksentscheid in Deutschland zu einen ähnlichen Resultat führen würde wie in der Schweiz, so bleibt bei der Spiegel-Online Umfrage natürlich offen, wer da abgestimmt hat (vieleicht sogar doppelt und dreifach) und aus welchen Beweggründen. Soll heißen, den Verweis zu dieser Umfrage habe ich auf diversen rechten Internetseiten gefunden – mit der Aufforderung für ein Verbot zu stimmen – allerdings nicht auf anderen Seiten eine gegenteilige Aufforderung, bzw. überhaupt den Verweis auf die Umfrage. Ich möchte hier aber generell den repräsentativen Charakter solcher Umfragen in Frage stellen, egal wie das Ergebnis am Ende auch sein mag. Ein Menzel verbucht das natürlich als Vertuschung:

„Inzwischen hat der Spiegel die Umfrage gelöscht, da sie wohl unangenehme Wahrheiten zu Tage befördert hat.“

Menzel möchte nun die Leser vielleicht entäuschen und hat eine andere Meinung zum Thema Minarettverbot. Anders wohl in Bezug auf seine rechten Mitstreiter. Und tatsächlich, im ersten Moment war ich tatsächlich überrascht: Menzel verweist auf die Religionsfreiheit.

Aber dann legt er los, denn Minarette seien ja nicht das eigentliche Problem (Hervorhebungen von mir):

„(…) Wir haben aber in Deutschland ein viel größeres Problem – nämlich das der Überfremdung und schleichenden Islamisierung. Es geht eben nicht um ein paar kleine Minarette, sondern um dasZusammenleben einer aggressiven, wachsenden, millionenstarken Minderheit aus einem anderen Kulturkreis mit dem deutschen Volk. Und da ist es leider bereits fünf nach (!) zwölf. Die deutsche Politik hat die Islamisierung selbst groß gezüchtet und nun haben wir den Salat. In der jetzigen Situation, in die uns die Multikulti-Ideologen gebracht haben, tritt aufgrund der entstandenen, natürlichen Fronten (Wir und die Anderen) die individuelle Freiheit in den Hintergrund und die Bewahrung der eigenen Kollektiv-Identität wird zur dringendsten Aufgabe. (…)“

Diese Passage ist dann wohl auch der Grund, warum Menzel dann doch sagt, er hätte auch für das Minarettverbot gestimmt. Also dann doch keine Religionsfreiheit, zumindest nicht für den Islam. Denn ein Minarettverbot sei ein „symbolischer Akt und eine Machtdemonstration, um die eigene Identität zu verteidigen“.

Soweit so interessant typisch. Aber was möchte denn Menzel nun tun gegen diese „Überfremdung“ und die „schleichende Islamisierung“? (Hervorhebungen wieder von mir):

„(…) Damit gelangen wir zur Bedeutung der Volksabstimmung in der Schweiz für uns: Ich halte es für einen Irrglauben, daß durch demokratische Prozesse auf Bundesebene die Überfremdung in Deutschland überwunden werden kann. Wer daran glaubt, unterschätzt den Selbsterhaltungstrieb unserer politischen Eliten. Es helfen hierzulande weiterhin ausschließlich private und auf kommunaler Ebene ansetzende Initiativen, die die Probleme vor Ort wirkungsvoll bekämpfen. Alles andere ist Träumerei und führt im schlimmsten Fall dazu, daß wir mit Placebobonbons (wie z.B. einer nichtigen Volksabstimmung) ruhig gehalten werden und nicht zur Tat schreiten.

Was ist das eigentlich, was Menzel da so selbstverständlich „Überfremdung“ nennt und gegen die es keine demokratischen Mittel und Wege gibt? Ich übersetze das mal alles in eine deutlichere Sprache.

Was Menzel eigentlich sagen wollte: „Fremd sind Ausländer aus anderen Kulturkreisen, denn nur die nehme ich wahr und zwar negativ. Da ich nur mit meinen neurechten Kameraden zu tun habe und mit anderen Menschen nur selten rede, fallen mir z.B. Menschen polnischer Herkunft nicht auf, die sehen ja so aus wie ich. Die ethnischen Unterschiede sind nämlich eigentlich auch wichtig, wenn es um das deutsche Volk geht, bzw. seinen Erhalt, aber das möchte ich hier jetzt lieber nicht weiter ausführen. Denn sonst werde ich von den Schuldkult- Holocaustreligionsanbetern- Multi-Kulti-Ideologen- Antifanten- Gutmenschen- Deutschen mit der Nazi-Keule erschlagen.

Und da ich mich jetzt nicht so recht traue, meine Meinung zu sagen bleibe ich unkonkret und lasse mir Hintertüren offen. Eigentlich kann man „Überfremdung“ nämlich nur stoppen, indem man das Fremde verbietet oder den Fremden sagt, sie sollen bitte gehen. Da ich natürlich nur Ausländer meine, die meiner deutschen Volksidentität in die Quere kommen, also Türken, Araber und wie sie alle heißen, verbitte ich mir die Wörter „Ausländerfeindlichkeit“ und „Xenophobie“. Und da ich andere Kulturen gut finde, nur nicht in Deutschland und ethnische Unterschiede nunmal vorhanden sind, nur eben meistens nicht Kompatibel mit meiner deutschen Leitkultur, verbitte ich mir auch „Rassismus“.

Also: Wir brauchen überall Leute, die denen sagen, dass sie hier nicht erwünscht sind! Und Gegenöffentlichkeit: Die Deutschen müssen bescheid wissen! Schürt Ängste, behauptet einfach irgendetwas, hauptsache es wirkt. Und wer jetzt wieder behauptet es ginge im Kern um „Ausländer raus!“, der hat nicht verstanden. Und zwar weil ich das so will und Kubitschek auch und andere auch meiner Meinung sind.“